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Re: Re: Re: Re: Re: Dank Dir!
Antwort zu Re: Re: Re: Re: Dank Dir! von Tatzl
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Ja, das ist das Problem..... nämlich daß wir ein Problem mit unser AA haben (ich sage jetzt "wir", weil ich nicht immer  als ehemals Betroffner "von oben herab" wirken möchte.

Also... nicht die Leute haben ein Problem, sondern in erster Linie wir. Wir betreiben das "Versteckspiel", verhalten uns so auffallend "seltsam".  Aus diesem Grunde predige ich schon immer, erst gar nicht Perücke etc. anzufangen, solange ich mich nicht mit Glatze akzeptieren kann. "Selbstakzeptanz" heißt das Schlüsselwort. Ansonsten wird das nichts werden. Wie soll ich denn vernünftig mit einer Perücke umgehen, wenn ich mich nicht so akzeptieren kann, wie ich halt bin. Wenn einem die Glatze nicht paßt, kann er mir gestohlen bleiben. Was nützt mir die schönste Perücke, wenn ich weiß, daß es sowieso mal herauskommen wird, daß ich keine Haare habe bzw. erst recht nicht damit umgehen kann? Wie sollen das denn die anderen (Nichtbetroffenen) erst können, wenn ich es als Betroffener schon nicht kann?

Natürlich ist das ein schwieriger gedanklicher Prozeß. Das wissen alle "Alt-AA-ler" genauso. Schließlich haben wir das auch alles mal durchmachen müssen. Man muß sich einfach mal klarmachen, wie es umgekehrt aussähe und man selbst in der Rolle des Nichtbetroffenen ist. Wenn man sagen kann: "Ach, Glatze? Na und? Wo ist das Problem?", dann kann man auch davon ausgehen, daß zumindest ein Teil der Leute auch kein Problem damit hätte. Wenn man jedoch selbst nicht damit klarkäme, ist guter Rat wirklich teuer.

Selbstverständlich tun wir uns mit der noch fehlenden gesellschaftlichen Akzeptanz schwer oder sie ist uns in einigen Bereichen hinderlich. Da ist man immer  hocherfreut, wenn dann mal über das Thema Sendungen im Fernsehen kommen, aber man selbst tarnt sich mit Perücke. Wie soll denn dann eine gesellschaftliche Akzeptanz entstehen? 

Was die Fernsehsendungen zu diesem Thema anbelangt: für die Nichtbetroffenen ist es einfach ein mehr oder weniger interessanter Beitrag von vielen, der am nächsten Tag wieder vergessen wird, da man als Nichtbetroffener halt nicht davon betroffen ist. Man sollte das also nicht zu sehr überbewerten. Anfangen muß man bei sich selbst und seiner Umgebung.

Um nicht falsch verstanden zu werden. Eine Perücke erfüllt ihren Sinn und Zweck. Nur sollte man imstande sein, auch ohne Perücke zurechtzukommen. Ansonsten geht das Versteckspiel weiter. Die Leute, denen mal nur zufällig beim Einkaufen etc. begegnet, interessiert das sowieso nicht so sehr. In der näheren Umgebung, Arbeitsplatz etc. sollte man beizeiten damit anfangen,  mit offenen Karten zu spielen, wenn nicht gar von Anfang an.

Was sollen die Nichteingeweihten denn denken? Wieso trägt die Kopftuch, Cap etc.? Wieso  fäßt er/sie sich immer im Nacken? Sind alles AA-typische Verhaltensmuster. Damit verunsichert man seine Umgebung viel mehr.

Ich hatte im Klientenbereich Fälle gehabt, wo dann irgendwann herauskam, daß die AA eigentlich gar nicht das Problem war, sondern es lagen andere schwierige psychische Erkrankungen (depressive Neigungen, Alltagsüberforderungen etc.) vor. Man sollte die AA auch mal als Aufforderung auffassen, ein paar grundlegende Dinge  zu überdenken und nach Möglichkeit zu ändern. Dieses muß nicht  von heute auf morgen geschehen und wird auch nicht so ohne Weiteres in den meisten Fällen machbar sein, aber man kommt der Sache schon ein wenig näher. Am Wichtigsten ist vor allen Dingen das "Loslassen können".



 
 

Liebe Grüße Dogbert

verfasst von:
Dogbert ®
10/25/2006, 13:38:32

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