Haarausfall bei Männern - nur ein kosmetisches Problem??
- Ein Drittel aller Männer bis zu 30 Jahren ist von unnormalem Haarausfall betroffen;
- Ausgeprägter Haarausfall erscheint im Allgemeinen zwischen 17 und 25 Jahren;
- Der Prozeß des Haarausfalls wird mehr gezielt und ununterbrochen: Die Haare werden
dünner und der Haarwuchszyklus wird kurzer. Der Haarwuchs wird verdünnt. Typisch sind
- Kreisrunder Haarausfall;
- Geheimratsecken.
Androgenetische Alopezie beim Mann
Hintergrund
Die Glatzenbildung vom männlichen Muster wurde früher als Alopecia praematura oder
seborrhoische Alopezie bezeichnet.
Beim Mann ist die Glatzenbildung vom männlichen Muster nach der
Pubertät im 3. und 4. Lebensjahrzehnt keine Erkrankung. Man weiß heute, daß auch bei
höheren Affen eine Art Glatzenbildung vorkommt.
Erscheinungsbild
Der Haarausfall beginnt mit dem Auftreten von
"Geheimratsecken". Ihr Ausbleiben weist auf hormonelle Störungen hin. Häufig
geht der Ausfall nach bestimmten Mustern, entweder als Verlängerung der Stirn oder als
Kahlstelle am Hinterkopf (tonsurartig), weiter. Üblicherweise wird das Fortschreiten nach
Hamilton in einer Skala bewertet.
Bemerkenswerterweise aber geht bei zahlreichen Männern der Ausfall
schubweise, begleitet von Parästhesien der Kopfhaut und Juckreiz vor sich. Gleichzeitig
klagen die Betroffenen über eine vermehrte Fettung der Kopfhaut (Seborrhö) und über
Begleiterkrankungen seborrhoisches Ekzem (Schuppen). Diese störende Fettung wird so
erklärt, daß die Talgdrüsen noch voll funktionieren, aber weniger Haare zu fetten sind.
Nicht selten ist die Fettung aber periodisch unterschiedlich stark, auch von
Umweltfaktoren abhängig, etwa im Urlaub geschwunden. Möglicherweise bewirkt ein
übergeordneter Einfluß gleichzeitig Haarausfall und verstärkte Talgsekretion, zumal
Haarfollikel und Talgdrüsen auf Testosteron ansprechen. Hier sind noch zahlreiche Fragen
offen.
Von der androgenetischen Alopezie ist die Reduktion des Kopfhaares
jenseits des 45. Lebensjahres als Alterserscheinung abzutrennen.
Ursachen
Der Ausfall wird durch Testosteron induziert. Die Eigenschaft, auf die
Einwirkung von Testosteron zunächst mit Rückbildung auf die Größe von Lanugofollikeln,
später mit Atrophie zu reagieren, ist dem einzelnen Follikel eigen, wie Verpflanzungen
von Haarinseln bei höheren Affen und Menschen gezeigt haben.
Behandlung
a) Hemmung der Androgene, insbesondere Dehydrotestosteron
In der Behandlung spielt das Konzept der Hemmung des Umwandlung von
Dehydrotestosteron (DHT) in das zum Haarausfall führende Testosteron eine wichtige Rolle
(Finasterid, Handelsname Propecia - verschreibungspflichtig). Ein entsprechendes
"natürliches" Produkt findet sich in Form von Sägepalmen-Extrakt (Handelsname
z.B. Prostagutt).
In lokaler Form kann eine Behandlung mit Pantostin bzw. Ell Cranell
alpha erfolgen.
b) Stimulierung von Wachstumsfaktoren
Allerdings gibt es noch andere Mechanismen, die für Haarwuchs sorgen
können, die noch weniger gut bekannt sind. Am bekanntesten ist sicherlich Minoxidil
(verschreibungspflichtig), aber auch für weitere Wirkstoffe wie Sodium Sucrose
Octasulfate (Lygal Hair Stimulant) ist eine Steigerung des Haarwuchses nachgewiesen
worden, die warscheinlich nicht mit einer hormonellen Wirkweise zusammenhängt (-->
siehe auch im Kapitel Haarausfall / Steuerung).
c) Behandlung von Begleiterkrankungen
Wie bereits gesagt kann es einen engen Zusammenhang von Haarausfall mit
Schuppenbildung und seborrhoischem Ekzem geben. Schuppenshampoos wie Terzolin (Wirkstoff
Ketoconazol) reduzieren die Keimbesiedlung und haben auch eine gewisse antiandrogene
Wirkung.
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