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Ernährung

Haarausfall: Ein Fall für die Ernährung

Zink, Biotin und Folsäure lassen die Haare sprießen. Die haargesunde Ernährung
enthält viel Vollkorn- und Milchprodukte, Obst, Gemüse sowie Zinkhistidin!


In den meisten Fällen ist Haarausfall genetisch bedingt, doch kann man mit der
richtigen Ernährung mit reichlich Zink, Biotin und Folsäure eine Menge dafür tun, dass
einem möglichst lange Zeit schöne Haare erhalten bleiben, berichtet heute Katrin
Raschke, Diplom Oecotrophologin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und
Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.


Im Durchschnitt hat jeder Mensch 100.000 Haare. Wie die Zellen der Haut erneuern sich
auch die Haare immer wieder: nach spätestens sechs Jahren fällt jedes Haar aus und macht
einem neuen Platz. So verliert jeder täglich 80 bis 100 Haare. Von Haarausfall spricht
der Dermatologe, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich
ausfallen.


Die häufigste Ursache dafür ist der androgenetische Haarausfall, der erbliche
Ursachen hat. Bei dieser Veranlagung reagieren die Haarwurzeln überempfindlich gegen
männliche Geschlechtshormone (Androgene). Die Haarwurzeln bilden sich dadurch zurück,
das Haar wächst nicht mehr und fällt aus. Für diese Form des Haarausfalls, die häufig
bei Männern auftritt, gibt es bisher keine Heilung. Auch Frauen können davon betroffen
sein. Beispielsweise ist der in der Schwangerschaft häufig auftretende Haarausfall auf
die plötzlichen Hormonschwankungen zurückzuführen. Ob erst Geheimratsecken,
"Platte" oder insgesamt schütter werdendes Haar, auch die Form des Haarausfalls
ist genetisch festgelegt.


Doch ebenso wie die Haut reagieren Haare besonders sensibel: Krankheiten, Medikamente,
Stress - all dies kann die Haare zusätzlich belasten und einen meist vorübergehenden
Haarausfall auslösen. Auch die Ernährung leistet einen entscheidenden Beitrag zur
Haargesundheit. Um kräftige Haare wachsen zu lassen und diese fest in der Kopfhaut zu
verankern, braucht der Körper die richtigen "Bausteine" und Hilfsmittel in Form
von Spurenelementen und Vitaminen, erläutert Raschke.


Die wahrscheinlich größte Bedeutung bei der Bekämpfung des Haarausfalls kommt dem
Spurenelement Zink zu. Zink ist an der Bildung des Keratins beteiligt, das einen
Hauptbestandteil von Haut, Haaren und Nägeln darstellt. Außerdem ist es bei der Bildung
von Kollagen beteiligt, dem Bindegewebe, das das Haar in der Haut hält. Auch die
Zellteilung, die das Wachstum des Haares überhaupt ermöglicht, ist nur mit Zink
möglich. Hautveränderungen und Haarausfall gehören zu den ersten Zeichen eines
Zinkmangels, und Haarausfall lässt sich häufig mit Zinkgaben bessern. Zink ist in
großer Menge in Rind- und Schweinefleisch, Roggen- und Weizenkeimen, Eiern, Käse und
Meeresfrüchten, vor allem Austern enthalten. Besonders gut kann Zink in seiner Verbindung
mit der Aminosäure Histidin vom Körper aufgenommen werden, wie es beispielsweise in
Fleisch vorliegt. Daher empfehlen die Experten des D.I.E.T. bei starkem Haarausfall die
Verwendung von Zink-Histidin (Apotheke). Dabei sollten über drei Monate 15 bis 30 mg Zink
täglich zugeführt werden.


Das Vitamin Folsäure hat eine zentrale Bedeutung für das Zellwachstum und die
Zellerneuerung und ist in großer Menge in allen grünen Blattgemüsen enthalten, aber
auch in Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Gerade dieses wichtige
wasserlösliche Vitamin wird in Deutschland häufig in zu geringen Mengen aufgenommen.
Biotin, ein wasserlösliches Vitamin der B-Gruppe, ist wesentlich am Eiweißstoffwechsel
des Körpers beteiligt und somit auch an der Bildung der Eiweißstrukturen des Haares. Die
wichtigsten Quellen für Biotin stellen Milch und Milchprodukte, Eier, Vollkornprodukte
und Hülsenfrüchte dar.


Eine haargesunde Ernährung sollte also reich an Vollkorn- und Milchprodukten, Obst und
Gemüse sein, so Raschke. Die Effekte der Ernährung auf die Haare zeigen sich jedoch
nicht sofort. Einige Monate dauert es, bis Sie das Resultat genießen können.


Nährstoff Empfohlene tägliche Zufuhr
(D.A.CH. 2000)
Empfohlene tägliche Zufuhr
 bei Haarausfall (D.I.E.T.)
Biotin 30-60 Mikrogramm 60-90 Mikrogramm
Folsäure 400 Mikrogramm-Äquivalent 600 Mikrogramm-Äquivalent
Zink 7 mg (Frauen)
10 mg (Männer)
15-30 mg

Originaltext: Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik
(D.I.E.T.)

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