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haarausfall und haartransplantation

Mann und Frau mit Haarausfall

Haarausfall

Das komplexe Geschehen vom Haarausfall bleibt auch heute noch rätselhaft. Anlagebedingter Haarausfall, Alopecia Areata und diffuse Alopezie (bei Frauen) sind am häufigsten.

Arzneimittel gegen Haarausfall

Mittel gegen Haarausfall

Von den vielen Mitteln gegen Haarverlust sind bedeutsam nur Propecia (Finasterid), antiandrogene Hormone bei Frauen, Regaine (Minoxidil) sowie Pantostin/Ell-Cranell



Haartransplantation

Haartransplantation

Mit einer Haarverpflanzung können die Folgen von Haarausfall schnell korrigiert werden. Techniken wie die FUE haben große Fortschritte gebracht. Eine gute Planung der Eigenhaartransplantation im Hinblick auf den anhaltenden Haarverlust ist entscheidend.




Auch 2017 bleibt das Geheimnis von Haarwuchs und Haarausfall eine Frage, die Wissenschaftler auf der ganzen Welt bewegt. Auch wenn moderne Methoden der Biochemie immer mehr Einblick in die komplexen Regulierungsmechanismen geben, so gibt es immer wieder Überraschungen. Eine – zugegebenermaßen relativ kleine – Studie ergibt gleich zwei interessanten Themen, und zwar

1. Vergleich der Wirksamkeit von Minoxidil, Finasterid sowie einer Kombination mit Antiandrogen gegen Haarausfall 
2. dem Ansatzpunkt dieser Haarwuchsmittel

Minoxidil und Finasterid im Vergleich

In dieser Studie gab es drei Untergruppen, die topisches Minoxidil (2%),orales Finasterid (1,25mg/Tag) und einer 3-fach-Kombination von Finasterid,3&% Minoxidil mit einem nicht näher bezeichneten Antiandrogen erhielten.

Die untersuchten damit jeweils zehn Personen in der Monotherapie bzw. 25 Teilnehmern in der Kombinationsbehandlung vergleichsweise gering, trotzdem lassen die Ergebnisse schon einen gewissen Einblick in die Wirksamkeit der Produkte geben.

Positiv ist anzumerken, dass bei allen drei Versuchsgruppen die Zahl der Haare je Quadratzentimeter anstieg – allerdings bei 2 % Minoxidil nur in einem sehr geringen Rahmen. Ob die relativ stark wirksame dreifach Kombination von Minoxidil, Finasterid und Antiandrogenen wirklich in der Praxis im Hinblick auf das Nebenwirkungsrisiko praktikabel ist muss erst einmal offen bleiben, hier enthält die Studie keine weiteren Informationen.

Alle drei Ergebnisse waren statistisch signifikant, wobei aber auch auffällt, dass die Bezugsgröße jeweils relativ stark unterschiedlich war. Hier sind und bleiben also Frahezeichen offen, trotzdem entspricht die Studie durchaus dem Erfahrungswert, dass Männern dass Finasterid eine deutlich ausgeprägte Wirkung bei Haarausfall zeigt als Minoxidil.

minoxidil vs finasterid 2016

Es wurde in einem zweiten und Teil auf die Wirkungen von 5 % Minoxidil bei Frauen untersucht, und hier war die Wirksamkeit mit einer Steigerung der Haardichte um mehr als 23 % deutlich geringer (aber auch hier mit einer geringen Studiengröße von neun Teilnehmerinnen). Im Vergleich zu einer Hormonbehandlung schnitt Minoxidil aber auch deutlich besser ab.

Ansatzpunkt der Wirkstoffe

Bisher galt es als Grundsatz, dass neue Haare sich über Vellus-Haare hin zu ausgewachsenen vollen terminalen Haaren entwickeln. Umgekehrt verkümmern beim Haarausfall zunächst die Haare, bis sie dann völlig verschwinden.

Trotz einer ausgeprägten Zunahme der Haardichte ist aber bei allen Probanden praktisch keine Veränderung der Zahl der Vellus-Haare festzustellen gewesen, wenn dann eine geringe Verringerung. Die Autoren der Studie führen dies darauf zurück, dass die Wirkung der Präparate ausschließlich über die Reaktivierung verkümmerter, aber noch lebensfähiger Haarwurzeln mit terminalen Haaren erfolgt ist.

Theoretisch wäre es auch denkbar, dass völlig neue Haarwurzel entstanden wären, dies erscheint aber aufgrund dieser Daten eher unwahrscheinlicher. Tatsächlich ist es ein bekanntes Phänomen, das Haarwuchs in einzelnen Fällen auch nach vielen Jahren einer Glatze wieder auftreten kann, dies könnte mit dem Konzept der einfachen Reaktivierung gut zusammenpassen.

Quelle: Hugh Rushton, D., Norris, M. J. and Van Neste, D. (2016), Hair regrowth in male and female pattern hair loss does not involve the conversion of vellus hair to terminal hair. Exp Dermatol, 25: 482–484. doi:10.1111/exd.12945