Hallo,
ich habe jetzt zum dritten mal den Kreisrunden Haarausfall. Mein Sohn machte mich soeben darauf aufmerksam. Interessant ist, dass es bei mir alle 10 Jahre auftritt. Mit Ende 28 war ich ebenfalls total verunsichert und fühlte mich gestresst und unattraktiv usw., bis die Haare ca. ein dreiviertel Jahr später wieder nachgewachsen sind. Mit 38 hatte ich viel mehr kahle Stellen am Kopf und sogar im Gesicht, wo mir kein Bart mehr gewachsen ist. Es fühlte sich für mich ebenfalls unangenehm an, aber ich habe mir dann die Haare abrasiert und dabei bemerkt dass mir auch eine Glatze sehr gut steht. Das Nachwachsen dauerte hier ziemlich genau ein Jahr. Jetzt mit 48 kommen wieder einige kahle Stellen aber es beunruhigt mich nicht mehr, da wenn die Stellen mehr werden, ich mir wieder die Haare abrasieren werde und vorübergehend Glatzenträger bin.
Ich weiß, es wird dir nur bedingt helfen da ich es als Mann brelativ einfach habe, da Männer mit einer Glatze auch oft attraktiv aussehen. Aber ich kann dich vielleicht beruhigen, dass die Haare vermutlich wieder nachwachsen werden. Ich sehe bei dir einen Zusammenhang mit deiner Fehlgeburt und dass du hier in einem extremen Stresszustand gekommen zu sein scheinst.
Was du dir vielleicht als Option überlegen könntest, wäre dir eine Perücke anzuschaffen, die Heutigen sehen total realistisch aus. Eine Bekannte von mir trägt eine, die eine andere Erkrankung hat, wo ihr die Haare nicht mehr nachwachsen. Erst als sie mir davon erzählt hat habe ich mitbekommen dass es eine Perücke sei. Ich hätte rein optisch keinen Unterschied bemerkt. Ich verstehe natürlich dass dies sehr unangenehm sein kann, für eine Frau. Vielleicht solltest du dir diese Option offen halten, sofern es schlimmer werden sollte. Da hättest du für den Notfall zumindest eine Lösung im Talon.
Ich kann dir nur den wichtigsten Rat geben, geduldig zu sein und auch mit deinem näheren Umfeld damit offen umzugehen. Da ist man plötzlich überrascht wieviele dieses Problem kennen oder selbst schon erlebt haben. Da die kahlen Stellen am Kopf oft überdeckt werden können, bekommen es viele in der unmittelbaren Umgebung nicht einmal mit. Vor allem diese Offenheit stärkt einen wieder, da man mitbekommt dass dieses Problem häufiger auftritt als man denkt und selbst nahe Menschen es erlebt haben.
Therapieversuche haben bei mir in der Vergangenheit keinen Erfolg erzielt, auch sämtliche Unrersuchungen nicht, das Blutbild passte perfekt, Schilddrüse ebenso usw. und als ich es bleiben habe lassen, sind einige Monate später die Haare von alleine wieder nachgewachsen. .
Ich denke, dein Arzt wird dir auch immer die Risiken nennen, dass es dauerhaft bleiben könnte. Er muss es erwähnen, auch wenn es nur sehr selten vorkommen sollte.
Meine Tipps wären:
1. Den Körper komplett durchchecken zu lassen.
2. mit deinem Umfeld offen darüber umzugehen
3. Therapien auszuprobieren, vielleicht hilft bei dir etwas was bei mir nicht gegriffen hat.
4. eine Psychotherapie oder Supervision zu nehmen. Zum Einen weiß ich nicht wie du deine Fehlgeburt verarbeitet hast, zum Anderen hilft es sicherlich mit der momentanen Situation umgehen zu lernen
5. eine Perücke für den Notfall in Erwägung zu ziehen, oder vielleicht Haare abrasieren. Letzteres kommt für viele Frauen nicht in Frage
6. als letztes, das Wichtigste: Geduld
Liebe Jenny, mit einem kann ich dich vielleicht doch beruhigen, bisher sind bei jedem, den ich kenne, die Haare wieder nachgewachsen und das waren doch einige.
lg Hans-Jörg