Hi Mavie,
wollte mich flame nur anschliessen: du hast das ganz toll ausgedrückt und sprichst auch mir aus dem Herzen. Auch wenn ich längst noch nicht so weit bin wie du was den Umgang mit den Haaren betrifft, hast du es genau auf den Punkt gebracht.
und flame: wie du selbst, denke ich auch, dass es bei dir psychisch bedingt ist und du da die Hoffnung nicht aufgeben solltest. Meine Zweithaarfriseurin hat mir erzählt, dass sie eine Kundin hatte, die 8 Jahre lang Haarteil trug und die Haare dann langsam wieder nachwuchsen und sie heute kein Haarteil mehr braucht. Ein Grund für die Besserung wurde nie gefunden. Es war auch kein kreisrunder HA, den sie hatte, sondern auch diffus. Meine Friseurin meinte, sie hätte schon die verrücktesten Dinge in Sachen Haarausfall erlebt und ist der Meinung, dass immer noch alles möglich ist.
Ich kann mich auch noch erinnern, als vor vielen vielen Jahren in der Klatschpresse zu lesen und zu sehen war, dass Caroline von Monaca alle Haare ausgefallen waren nach dem Unfalltod ihres Ehemannes. Eine Schockreaktion der Haare sozusagen. Die wuchsen alle wieder nach. Ich will damit nur sagen, dass ich -wie das Beispiel zeigt - sicher bin, dass Haare sehr viel mit der Psyche zu tun haben können.
In meinem Fall glaube ich leider eher an AGA oder irgendwie hormonell bedingten Haarausfall bzw. nicht-nachwachsen. Allerdings hatte meine Hausärztin schon mal den Verdacht geäussert, dass sie es schon etwas auffällig findet, wie offensichtlich fixiert ich in meinem Leben auf Haare war und vielleicht gäbe es da doch einen Zusammenhang. Ich habe mir das auch durch den Kopf gehen lassen. Haare waren für mich schon immer sehr sehr wichtig. Ich kann mich erinnern als ich ein Teenager war, dass ich manchmal solche Gedanken hatte wie: Wie absolut schrecklich wäre es Krebs zu bekommen, denn dann würde ich ja durch die Chemo alle Haare verlieren. Mit 17 bekam ich dann die Diagnose: Gehirntumor. In einer komplizierten Operation konnte ich dann sozusagen "gerettet" werden und es war alles gutartig und die Sache war vorbei. Allerdings mussten mir alle Haare abrasiert werden vor der OP und das war für mich eine Vollkatastrophe. Also wieder diese Fixierung auf die Haare. Danach wuchsen sie toller denn je und ich hatte viele Jahre lang die schönsten Haare, lange Naturlocken ... ein echter Hingucker und ich muss einfach sagen, dass die Männer darauf standen. Meine Haare waren ganz entscheidend für meine Attraktivität und immer das Erste, für was ich Komplimente erhielt. Irgendwie war ich wieder sehr fixiert darauf, sehr darauf bedacht, dass sie ja immer schön lang waren, ich war sicher sehr eitel was das betraf. Tja und mit ca. 30 ging langsam alles bergab und es hat mich zu einem anderen Menschen gemacht. Eigentlich wissen wir doch alle, dass wir so viel mehr als nur Haare sind, aber es bestimmt doch sehr stark mein Selbstwertgefühl, einfach mein Körpergefühl, mein Selbstbild... wie du schon sagtest: auch ich fühle mich ständig so, als ob ich mich im falschen Körper befinde. Das bin doch nicht ich. Ich komme mir vor, als ob ich zwei Leben gelebt hätte: eines mit Haaren und eines ohne. Ich habe das grosse Glück, dass ich eine Familie habe und wie du ja auch schon geschrieben hast: wenn man Kinder hat, dann würde man alleine schon deshalb nie daran denken wegen den Haaren alles hinzuschmeissen, aber es gelingt mir trotzdem nicht von innen heraus glücklich zu sein. Ich bin glücklich über meine Familie usw., aber ich bin nicht aus mir heraus glücklich. Früher hatte ich oft sehr einsame Momente und es lief nicht immer alles rund im Leben, aber ich war mit mir selbst immer so im Reinen, ich fand mich gut, irgendwie hatte ich so eine innere Stärke. Jetzt ist es eigentlich umgekehrt: ich habe sehr viele Gründe glücklich zu sein, aber ich bin mit mir selbst nicht mehr im Reinen.
Ach, ich merke gerade, dass das alles nicht mehr zum eigentlichen Thema Minox passt, aber ich kam gerade so ins Schreiben...
Alles Liebe
Nelli
Alles Liebe
Nelli