Aber heute hat das Schicksal echt den Vogel abgeschossen. Nichtsahnend stehe ich auf einem Kirchenbasar und sehe mir vertieft die Auslagen an...es ist einer dieser bekannten bad hair days - wo ich doch nur mal eben kurz, wirklich nur ganz kurz für höchstens 10 Minuten beim Basar vorbeihuschen wollte, natürlich NUR meiner Tochter zuliebe... 3 Tage keine Haare gewaschen, ein schlichtes Haargummi luschig um meine Haare geschlungen, weder Toppik noch Volluma drauf, ungeschminkt, ungestylt (weil vorher im Garten gearbeitet) schießt plötzlich ein fremder Mann mit Kamera auf mich zu und will mich fotografieren. Hääää? Ein Zeitungsreporter!! und er will MICH neben einem dieser Basartische fotografieren um ein Bild für seinen morgen erscheinenden Zeitungsartikel zu machen (kreisch)!!! Ich glaube, ich falle auf der Stelle tot um. Kriege Luftnot und Schweißausbrüche...ich stammele wirres Zeug und frage ungläubig, ob es nicht bessere Motive gäbe, heute sei es gerade schlecht bei mir - aber nein, er bittet mich nochmals hartnäckig neben einem dieser Basartische zu possieren und knipst...
Ist es nicht so, das man an Tagen, an denen man sich selbst ausnahmsweise mal ganz hüsch findet, stundenlang durch die Strassen laufen könnte und garantiert niemanden trifft, den man näher kennt und andersherum, an Tagen wie diesen der ganzen Welt begegnet? Warum ist das so? Warum fällt die Butterbrotscheibe garantiert IMMER mit der Butterseite auf den Teppich? Warum?? Übrigens, ich habe im Schockzustand nicht einmal gefragt, in welcher Zeitung ich mich morgen wiederfinden darf. Irgendwie will ich`s auch nicht wissen. Sollte also einer von euch morgen früh die Zeitung aufschlagen und von einem Kirchenbasar in irgeneiner Provinzgemeinde in Norddeutschland lesen, daneben ein Foto von einer völlig aufgeschreckten Dame mit großen Glotzaugen und zersaustem Haar - dann wißt ihr, das ich es war!!! Allen anderen ein schönes Wochenende.
Eure Gaby
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