Haarausfall bei Männern - nur ein kosmetisches Problem??

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Auch wenn die Glatze oft"chick" ist, so stellt Haarausfall für die größte Zahl der männer ein erhebliches Problem dar. Schon in jungen Jahren können die Geheimratsecken eine ständig wachsende "Größe" auf dem Kopf und im Leben erhalten.

 

 

  • Ein Drittel aller Männer bis zu 30 Jahren ist von unnormalem Haarausfall betroffen;
  • Ausgeprägter Haarausfall erscheint im Allgemeinen zwischen 17 und 25 Jahren;
  • Der Prozeß des Haarausfalls wird mehr gezielt und ununterbrochen: Die Haare werden dünner und der Haarwuchszyklus wird kurzer. Der Haarwuchs wird verdünnt. Typisch sind
    • Kreisrunder Haarausfall;
    • Geheimratsecken.

1. Androgenetische Alopezie beim Mann

1.1. Hintergrund

Die Glatzenbildung vom männlichen Muster wurde früher als Alopecia praematura oder seborrhoische Alopezie bezeichnet.

Beim Mann ist die Glatzenbildung vom männlichen Muster nach der Pubertät im 3. und 4. Lebensjahrzehnt keine Erkrankung. Man weiß heute, daß auch bei höheren Affen eine Art Glatzenbildung vorkommt.

1.2. Erscheinungsbild

Der Haarausfall beginnt mit dem Auftreten von "Geheimratsecken". Ihr Ausbleiben weist auf hormonelle Störungen hin. Häufig geht der Ausfall nach bestimmten Mustern, entweder als Verlängerung der Stirn oder als Kahlstelle am Hinterkopf (tonsurartig), weiter. Üblicherweise wird das Fortschreiten nach Hamilton in einer Skala bewertet.

Bemerkenswerterweise aber geht bei zahlreichen Männern der Ausfall schubweise, begleitet von Parästhesien der Kopfhaut und Juckreiz vor sich. Gleichzeitig klagen die Betroffenen über eine vermehrte Fettung der Kopfhaut (Seborrhö) und über Begleiterkrankungen seborrhoisches Ekzem (Schuppen). Diese störende Fettung wird so erklärt, daß die Talgdrüsen noch voll funktionieren, aber weniger Haare zu fetten sind. Nicht selten ist die Fettung aber periodisch unterschiedlich stark, auch von Umweltfaktoren abhängig, etwa im Urlaub geschwunden. Möglicherweise bewirkt ein übergeordneter Einfluß gleichzeitig Haarausfall und verstärkte Talgsekretion, zumal Haarfollikel und Talgdrüsen auf Testosteron ansprechen. Hier sind noch zahlreiche Fragen offen.

Von der androgenetischen Alopezie ist die Reduktion des Kopfhaares jenseits des 45. Lebensjahres als Alterserscheinung abzutrennen.

1.3. Ursachen

Der Ausfall wird durch Testosteron induziert. Die Eigenschaft, auf die Einwirkung von Testosteron zunächst mit Rückbildung auf die Größe von Lanugofollikeln, später mit Atrophie zu reagieren, ist dem einzelnen Follikel eigen, wie Verpflanzungen von Haarinseln bei höheren Affen und Menschen gezeigt haben.

1.4. Behandlung

1.4.1. a) Hemmung der Androgene, insbesondere Dehydrotestosteron

In der Behandlung spielt das Konzept der Hemmung des Umwandlung von Dehydrotestosteron (DHT) in das zum Haarausfall führende Testosteron eine wichtige Rolle (Finasterid, Handelsname Propecia - verschreibungspflichtig). Ein entsprechendes "natürliches" Produkt findet sich in Form von Sägepalmen-Extrakt (Handelsname z.B. Prostagutt).

In lokaler Form kann eine Behandlung mit Pantostin bzw. Ell Cranell alpha erfolgen.

1.4.2. b) Stimulierung von Wachstumsfaktoren

Allerdings gibt es noch andere Mechanismen, die für Haarwuchs sorgen können, die noch weniger gut bekannt sind. Am bekanntesten ist sicherlich Minoxidil (verschreibungspflichtig), aber auch für weitere Wirkstoffe wie Sodium Sucrose Octasulfate (Lygal Hair Stimulant) ist eine Steigerung des Haarwuchses nachgewiesen worden, die warscheinlich nicht mit einer hormonellen Wirkweise zusammenhängt (--> siehe auch im Kapitel Haarausfall / Steuerung).

1.4.3. c) Behandlung von Begleiterkrankungen

Wie bereits gesagt kann es einen engen Zusammenhang von Haarausfall mit Schuppenbildung und seborrhoischem Ekzem geben. Schuppenshampoos wie Terzolin (Wirkstoff Ketoconazol) reduzieren die Keimbesiedlung und haben auch eine gewisse antiandrogene Wirkung.