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haarausfall und haartransplantation



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1. Alopecia Areata - eine dramatische Form des Haarausfalls

 In Gegensatz zur allmählichen Ausdünnung in männlichem und weiblichem Haarverlust gesehenen ist der Beginn von Alopecia Areata (AA) plötzlich und oft äußerst extrem. Diese Form des Haarverlusts ist die spontanste. Eine kleine lückenhafte Stelle auf der Kopfhaut kann sich innerhalb einer umwerfend kurzen Zeit zu einer völligen Kahlheit entwickeln.

Patienten mit AA berichten über Hände voll Haar auf ihrem Kissen oder in der Dusche ohne jede vorherigen Anhaltspunkte oder jede vorherige Warnung bezüglich des Beginnes dieser relativ häufigen Erkrankung die gleichermaßen Männer und Frauen trifft.

 

2. Eine vielfältige Erscheinung

Vom cent-großen Fleck bis zur völligen Kahlheit: Das Spektrum im Erscheinungsbild ist breit, und niemand kann am Beginn voraussehen, wie in einem einzelnen Fall die weitere Entwicklung aussieht.

Aber es gibt auch positive Botschaften:

  • So schnell sie kommen kann, so schnell kann sie auch wieder verschwinden
  • Die Gesundheit des Körpers ist dabei nicht grundsätzlich betroffen, es ist "nur" ein "kosmetisches" Problem, so belastend dies auch sein kann
  • Die Fortschritte auf dem Gebiet der Immunologie werden sicher auch eines Tages klare Heilungschancen bieten, auch wenn dies im Moment noch in weitere Ferne zu liegen scheint

3. Auftreten der Alopecia areata

Der Beginn der AA kann in jedem Alter erfolgen und es gibt keine bekannten Besonderheiten in Bezug auf Rasse oder Geschlecht. Die auftretenden haarlosen Flecke sind charakteristisch. Am Rand dieser Flecken treten oft kurze gebrochene Haare auf. Etwa bei 10 % der AA Patienten sind auch die Nägel betroffen.

Es gibt Schätzungen, dass bei etwa 34 - 50 % der Betroffenen sich die Flecken innerhalb eines Jahres zurückbilden, wobei allerdings die meisten mehrfache Perioden von Haarausfall erleben und bei 14-25 % mit einem Totalausfall der Haare (Alopecia universalis) zu rechnen ist. Bei kleinen Arealen sind die Chancen auf Rückbildung deutlich höher, sie können bis 80 % Warscheinlichkeit betragen.

Schlechtere Aussichten bestehen dagegen, wenn die Erkrankung in der Kindheit beginnt, und evtl. auch bei Neurodermitikern.

Die  Ursache der AA wird mit einer Vielzahl von Genen in Verbindung gebracht, wobei es sich warscheinlich um eine Autoimmunkrankheit handelt.

AA hat keinen direkten Einfluß auf die Gesundheit der Betroffenen, auch wenn die Erscheinung psychisch extrem belastend ist.

Quelle: S.P. MacDonald Hull, M.L. Wood, M. Sladden, A.G. Messenger: Guidelines for the Management of Alopecia Areata. In: British Journal of Dermatology 149 (4), 692-699 (2003).

 

4. Differentialdiagnose (Abgrenzung zu ähnlich aussehenden Krankheitserscheinungen )

Obwohl die Erscheinung sehr typisch ist,sollten folgende weiteren Möglichkeiten ausgeschlossen werden:

  • Trichotillomanie: Tritt auch in Verbindung mit AA auf. Der Haarausfall ist nur teilweise, auch bleiben die gebrochenen Haare fest in der Kopfhaut verankert
  • Tinea capititis (Pilz): Die Kopfhaut ist entzündet. Erkennung durch eine Pilzkultur
  • Frühe vernarbende Alopezien
  • Telogenes Effluvium
  • Anagenes Effluvium
  • Systemischer Lupus erythematosus (Erkennung durch Blutuntersuchung)
  • Syphilis (Erkennung durch Blutuntersuchung)

Quelle: Hull et al (s.oben)