Propecia "Bastelanleitung"

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Proscar und Propecia sind beides Produkte von der Firma MSD mit dem Wirkstoff Finasterid, aber in unterschiedlicher Dosierung. Aufgrund der Preisdifferenz gibt es manche Benutzer, die aus Proscar ihr "Propecia" herstellen. Eine etwas komplexe und nicht unproblematische Angelegenheit, die sorgfältig überdacht werden muß.

Der folgende Beitrag stammt aus der Feder unseres Besuchers "Frankfurter", von dem wir freundlicherweise die Genehmigung für den Abdruck erhalten haben.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die beschriebene Vorgehensweise ausdrücklich nicht der bestimmungsmäßigen Nutzung von Proscar entspricht und distanzieren uns hiervon. Eine Haftung oder Verantwortung hierfür lehnen wir ausdrücklich ab. Es besteht in bestimmten Fällen durchaus das Risiko für gesundheitliche Schäden.

Andererseits ist es schlichtweg eine Tatsache, das die hier dargestellte Vorgehensweise in Deutschland, USA und anderen Ländern seit Jahren angewendet wird, um die hohe Preisdifferenz des gleichen Wirkstoffs auszugleichen.

1. Alternativen zum "Basteln" von Propecia:

  • Es gibt inzwischen auch günstige Generika von Propecia mit der gleichen Wirkstoffmenge an Finasterid, bei denen nach derzeitigem Stand (Juli 2011) etwa 30% gegenüber Propecia zu sparen sind.
  • Der Import aus dem Ausland. Allerdings gibt es hier doch klare rechltiche Limitationen ! Siehe Strafvorschriften

2. Die "Bastelanleitung" von Frankfurter

2.1.1. Wer kennt das nicht?

Die Haare rieseln vom Kopf und man hat mit Freuden bei www.alopezie.de gelesen, dass es da ein Wundermittel
gibt, das wirklich helfen soll. Die einen nennen es Fin (oder Finasterid), die andern Propecia, wieder andere Proscar.

Und weil man(n) sich nicht gerne von seinen Haaren trennt, will man(n) genau dazu greifen.

2.1.2. Nur wo bekommt man das?

Propecia ist in jeder Apotheke erhältlich, jedoch nur gegen Rezept. Kaum ein Hausarzt würde den Einsatz dieses Präparats bei einem Mann ablehnen, wenn nicht triftige Gründe dagegen sprechen würden. Spätestens aber in der Apotheke kommt dann ein böses Erwachen. Eine Packung mit 28 Tabletten kostet rund EUR 60,00 und reicht nur für vier Wochen.

Diverse Anbieter im Internet locken mit Generika aus Indien. Deren Preise sind dann wesentlich geringer, als in
deutschen Apotheken, ein Rezept wird auch nicht benötigt, jedoch sieht es der Zoll gar nicht gerne, wenn Tabletten aus dem
Ausland per Post eintreffen.

2.1.3. Was bleibt?

Eine sehr günstige Möglichkeit an den Wirkstoff zu kommen, ist ein Rezept über das Medikament Proscar. Eine Packung mit 50 Filmtabletten kostet in Deutschland ca. EUR 85,00. Dieses ist eigentlich für Leiden an der Prostata entwickelt, nur zeigte sich in klinischen Studien, dass nebenbei auch der Haarausfall gestoppt wird. Zum Stoppen des Haarausfalls reicht in der Regel 1mg des Wirkstoffs, Proscar enthält aber gleich 5mg pro Tablette. Es liegt also recht nahe, eine Filmtablette in vier etwa gleich große Teile zu spalten und jeden Tag einen kleinen Teil einzunehmen.

Um das Schlucken zu erleichtern, kann man die vier Teile in jeweils eine Kapselhülse aus Gelatine stecken, die sich im Magen auflöst.

Genauer in der Dosierung, aber mit ein wenig mehr Aufwand verbunden ist die Eigenproduktion von Finasterid-Kapseln zu 1mg bis 1,25 mg. Wie es geht, zeige ich auf den nächsten Seiten… 

…mit anderen Worten:

 Herzlich willkommen, liebe Hobby-Pharmazeuten und Freizeit-PTAs!

2.2. Vorweg:

 Apotheken bieten an, das hier Vorgeführte für den Kunden zu übernehmen; gegen Entgelt versteht sich. Dabei werden die Zubereitungsschritte unter den bestmöglichsten Bedingungen von einer pharmazeutisch-technischen Assistentin mit nicht geringem Aufwand an Gerätschaften durchgeführt.

Beantworte folgende Fragen: 1. Bist du PTA? und 2. Hast du eine Apotheke?

Wenn du zwei Mal mit "nein" geantwortet hast, dann gehe behutsam vor und fange mit der Zubereitung einer Filmtablette an, zwei sollten das Maximum sein.

Warum? Du verlierst schnell den Überblick und das Augenmaß, wenn du eine Menge von weißem Staub in gleiche Portionen teilen sollst; außerdem kann der Wirkstoff Finasterid mit Sauerstoff reagieren. Begünstigt wird dieses durch Feuchtigkeit.

Merke: Bei der Zubereitung niemals Hautkontakt mit dem Wirkstoff haben (Feuchtigkeit und Resorption des Wirkstoffs durch die Haut). Den Wirkstoff schnell verarbeiten und nicht an der Luft stehen lassen

2.3. Nun geht es wirklich los

 


 

Mörser 1. Einen Küchenmörser
1. Einen Küchenmörser, möglichst klein (hier: Durchmesser 10 cm)

Dieses schicke Modell stammt aus einem Geschäft für Haushaltswaren und kostete stolze EUR 8,00.

 

Butterbrotpapier 2. Butterbrotpapier
Hier eine Packung mit 100 Blatt in der Größe 31cm x 24cm aus einem Supermarkt zum Preis von EUR 0,99.

 

Küchenmesser

2.4. 3. Ein Küchenmesser

Nun fragt mich bitte nicht, wo man so was bekommt.)

 

Proscar

2.5. 4. Proscar

Eine Packung Proscar (Filmtabletten mit je 5mg Finasterid)

Wie beschrieben sind 50 Tabletten für ca. EUR 85,00 in jeder Apotheke gegen Rezept erhältlich.

 

Kapseln

2.6. 5. Nicht-magensaftresistente Gelatinekapseln

Ebenfalls inder Apotheke erhältlich. 100 Stück kosteten EUR 2,00. Die Preise können recht unterschiedlich sein, am besten gleich beim Kauf von Proscar mitnehmen.

 

Milchzucker

2.7. 6. Milchzucker

Auch in der Apotheke erhältlich. Diese Packung mit 250g kostete EUR 1,95.

 


 

2.8. Los geht´s

Die Anleitung zeigt die Zubereitung von 1 Filmtablette Proscar zu 4 Kapseln mit 1,25mg Finasterid.

Mörser

2.9. 1. Tablette(n) in den Mörser

Die Tablette(n) in den Mörser geben.

 

Zerstoßen

2.10. 2. Zerstoßen

Die Tablette(n) im Mörser zerstoßen.

 

Ausleeren

2.11. 3. Ausleeren

Das feine Tablettenmehl auf das Backpapier ausleeren. Genau darauf achten, dass nichts im Mörser zurück bleibt.

 

Teilen

2.12. 4. Teilen

Das Tablettenmehl mit gutem Augenmaß in die gewünschte Anzahl von Portionen teilen.

Am leichtesten gelingt dieses durch Halbieren.

 

Füllen

2.13. 5. Kapseln füllen

Jeweils eine Portion in eine Kapsel umfüllen und den verbliebenen Hohlraum der Kapsel mit Milchzucker auffüllen. Dann die zwei Kapselteile gut zusammendrücken.
Die Kapseln in einer Pillendose lagern.

 

 

2.14. Noch ein wichtiger Hinweis

Nun mag der ein oder andere, geneigte Leser sagen: "Das ist klasse! Genau so muss das sein! Aber das ist viel zu kompliziert! Ich lasse das meine Frau machen, die hat geschicktere Hände!"

Dazu mag ich aus dem Beipackzettel von Proscar folgendes zitieren: "Zerbrochene oder zerstoßene PROSCAR Filmtabletten sollten von Frauen […] nicht berührt werden, da eine Resorption (Aufnahme über die Haut von Finasterid […] nicht ausgeschlossen werden kann."

Und wem das hier Spaß gemacht hat, der sollte das Handout der nächsten Woche nicht verpassen: "Hustensaft basteln mit dem FrankfurtER".

Was ihr schon mal besorgen solltet ist: Einen Mixer, eine Packung Aspirin, NAC, Zitronen, Zuckerrüben-Sirup und eine Flasche Jägermeister.

Grüße vom

FrankfurtER