Gentherapie - Hoffnung der Zukunft?

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Anlagebedingter Haarausfall - der Name sagt schon, dass Haarausfall oft etwas mit "Veranlagung", d.h. den vererbten Genen zu tun hat.

Sieht man sich den heutigen Stande der Behandlungsmöglichkeiten an, so sind und bleiben diese auf absehbare Zeit unbefriedigend. Da stellt sich dann die wichtige Frage, ob nicht mit Hilfe der Gentherapie eine Hoffnung besteht, Haarausfalll nun wirklich in den Griff zu bekommen.
Auch wenn vieles noch unklar ist, so zeigen doch die laufenden Untersuchungen, dass es hier sehr konkrete Ansätze für Hilfe durch die Gentherapiegibt. Schon bald (sprechen wir einmal über einige wenige Jahre) könnten erste Therapien auf den Markt kommen.



Unser sehr engagierter Leser Andreas W. Lutz hat sich ausführlich diesem Thema gewidmet; seine Beiträge bilden die Basis für viele Artikel in dieser Rubrik. Mittlerweile hat sich auch die Initiative INFAGEN gebildet, über die wir ebenfalls berichten möchten.

Fakten und Studien zum Problem Haarausfall

Zunächst einige Worte zum Problem Haarausfall. Vielfach wird Haarausfall ja nicht als Krankheit anerkannt, die Betroffenen belächelt, wenn sie ihre Probleme thematisieren. Das ist völlig unangemessen, da zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Haarausfall die psychiche Verfassung ändert, die Attraktivität mindert, die Jobsuche erschwert und sogar härtere Urteile vor Gericht mitbewirken kann! Jede dieser Aussagen kann durch wissenschaftliche Studien belegt werden. In diesem Beitrag möchte ich mich auf die Änderung der psychischen Grundverfassung beschränken, Studien zu den anderen Aussagen werde ich in naher Zukunft veröffentlichen. Also einige interessante Studien zur psychischen Verfassung von Menschen mit Haarausfall:

  • Auf dem letzten Kongress der American Academy of Dermatology stellte Dr. Sawaya eine Studie vor, die belegt, dass Männer mit Haarausfall ein bis zu 7-fach (!!) erhöhtes Risiko haben, persönlichkeitsbezogene Störungsbilder zu entwickeln (z.B. Depressionen, die ja eine potentiell tödliche Krankheit darstellen). Bei einer ähnlichen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Frauen mit Haarausfall im Vergleich zu Männern ein noch negativeres Körpergefuehl entwickeln.
  • Eine Studie aus dem Jahr 1995 zeigt auf, dass sich mit fortschreitendem Haarausfall auch die psychische Verfassung ändert. Das renommierte Londoner Goldsmith Institut konnte beweisen, dass Männer mit Haarausfall im Vergleich zu Männern ohne Haarausfall introvertierter sind und dazu neigen, sich zurückzuziehen.
  • Dr. Thomas von der Old Dominion Universität konnte belegen, dass Männer mit Haarausfall eine deutlich negativere Grundhaltung haben (s. Depressionen) Diese Studie wird unter http://www.aerztezeitung.de/docs/1999/01/15/007a1003.asp  erwähnt.
  • Eine aktuelle Umfrage des deutschen Gruenen Kreuzes ergab, dass 32% der Männer und 57% der Frauen durch Haarausfall in "Angst und Schrecken" (Zitat) versetzt werden, jeder dritte sucht therapeutische Hilfe. Auch diese Studie wird unter dem angegebenen Link erwähnt.
  • So beweist eine aktuelle EMNID-Studie, dass Männer mit lichtem Haar von Frauen als deutlich weniger sexuell attraktiv eingestuft werden als Männer mit vollem Haar. Eine weitere EMNID-Studie konnte nachweisen, dass Männer mit vollem Haar deutlich bessere Aussichten bei der Arbeitsplatzsuche haben als Männer mit lichtem Haar.

Diese Studien belegen eindrücklich, dass Haarausfall mitnichten lediglich ein kosmetisches Problem darstellt, vielmehr können ernsthafte psychische Probleme die Folge sein. Doch damit nicht genug, wie bereits erwähnt, konnten auch erhebliche Nachteile bei der Partnersuche und der Jobsuche bewiesen werden. Doch dazu in einem anderen Artikel mehr, da ich die genaue Bezeichnung der Studien und die durchführenden Universitäten noch recherchieren muss.

1. Die Unzulänglichkeit gegenwärtiger Therapiemethoden bei Haarausfall 

Die 2 bekanntesten Medikamente für den erblich bedingten (androgenetischen) Haarausfall des Mannes sind Regaine mit dem Wirkstoff Minoxidil und Propecia mit dem Wirkstoff Finasterid . Es gibt einige Therapieansätze bei der Alopecia areata.

Diese Ansätze erweisen sich oftmals aber als unzureichend: Keines der Medikamente bewirkt befriedigenden Neuwuchs, die Medikamente müssen lebenslang genommen werden, es besteht ein Nebenwirkungsrisiko (z.B. Libidoverlust durch Finasterid und Blutdruckabfall durch Minoxidil), die Therapie ist sehr teuer und bei einem relativ hohen Prozentsatz der Anwender völlig wirkungslos (bei ca.20 - 40 % der Regaine-Anwender und bei ca. 15% der Propecia-Anwender). Frauen mit Haarausfall dürfen Propecia nicht anwenden. Der Wirkstoff Finasterid kann zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Teilweise führt eine Behandlung mit speziellen Anti-Baby-Pillen zu einer Besserung des androgenetischen Haarausfalls bei Frauen. Bei Alopecia areata kann in einigen Fällen eine sogenannte topische Immuntherapie Linderung bringen. Für Alopecia universalis existieren momentan überhaupt keine Therapiemöglichkeiten.

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