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haarausfall und haartransplantation



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Antiandrogene wie z.B. Cyproteronacetat (z.B. in Diane und Androcur) spielen in der Behandlung der weiblichen Alopezie eine wichtige Rolle. Allerdings sind in der Praxis die Erfahrungen oft schlechter als es das theoretische Modell vermuten läßt. Das dies nicht nur eine Einbildung der Frauen ist, wird durch eine große Studie bestätigt. Das Ziel der Studie war, Ursache und eines Überschusses an Androgenen zu ermitteln und den langfristigen Erfolg von Unterdrückungs- und/oder antiandroge hormonalen Therapie zu dokumentieren.

 

Eine Summe von 1281 Patienten wurde während der Studienzeit gesehen. Von Analyse ausgeschlossen wurden 408 Patienten, bei denen die Autoren außerstande waren, den hormonalen Status zu beurteilen, den Ovvulations-Status zu bestimmen oder jede Beweise des androgen Überschusses zu finden. In den übrigen 873 Patienten war das polycystische Eierstocksyndrom (PCOS) mit 82,0% die wichtigste Ursache (siehe http://www.pco-syndrom.de)

257 Patienten wurden in die Beurteilung der Antwort auf hormonale Therapie einbezogen. Die mittlere Dauer der Nachuntersuchung war 33,5 Monate

Interessanterweise traten gravierende Unterschiede im Erfolg auf:

  • Hirsutismus ( übermässiger Haarwuchs ) wurde besser in 86%,
  • Menstruationsfunktionsstörung in 80%,
  • Akne in 81% und
  • Haarverlust in 33%

von Patienten. Nur 36,6% Patienten klagten nie über Nebenwirkungen.

Quelle: Azziz R; Sanchez LA; Knochenhauer ES; Moran C; Lazenby J; Stephens KC; Taylor K; Boots LR: Androgen excess in women: experience with over 1000 consecutive patients. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism; Bd. 89 (2); S. 453-62 (2004)

1. Cyproteron versus Spironolacton

Klassisch wird der Haarausfall bei Frauen mit Antiandrogenen behandelt. In Deutschland vorwiegend Cyproteron, im Ausland auch mit Spironolacton. Dabei sind die Erfahrungen der Frauen gemischt - durchaus mit Recht, wenn man sich die Ergebnisse einer neuen Studie anschaut. Auch die Hoffnung, mit Spironolacton eine alternative "Wunderwaffe" zu besitzen, kann so nicht bestätigt werden.

Hintergrund der Studie:

Es ist noch nicht endgültig geklärt, ob weiblicher Haarverlust durch Androgene verursacht wird, oder auf eine orale antiandrogene Therapie reagiert.

Ziel der Studie war die Untersuchung der Wirksamkeit oraler antiandrogener Therapie.

In dieser monozentrischen Studie wurden 80 Frauen zwischen 12 und 79 Jahre gealterte Frauen mit weiblichem Haarverlust-Typ und durch Biopsie bestätigter Haarfollikelminiaturisierung eingeschlossen. Sie wurden photographiert und nach frühestens 12 Monaten oraler antiandrogener Therapie wieder aufgenommen.Vierzig Frauen erhielten täglich 200 mg Spironolacton, und 40 Frauen erhielten Cyproteronacetat, entweder 50 mg täglich oder bei bei premenopausalen Frauen 100 mg für 10 Tage pro Monat .

Die Photographien wurden "blind" ausgewertet, d.h. die bewertenden Ärzte kannten nicht die Therapie.

Ergebnisse:

Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Therapien. Fünfunddreißig (44%) Frauen hatten Haarneuwuchs, 35 (44%) hatte keine klare Änderung in der Haardichte vor und nach Behandlung, und 10 (12%) erfuhren kontinuierlichen Haarverlust während der Behandlungszeit.

Damit wiesen 88 % der Frauen zumindest keine weitere Verschlechterung des Haarausfalls aus. Inwieweit dies aber die "natürliche" Entwicklung übertrifft, wird nur durch eine placebo-kontrollierte Studie zu klären sein.

Quelle: Sinclair R; Wewerinke M; Jolley D: Treatment of female pattern hair loss with oral antiandrogens. In: The British journal of dermatology; Vol. 152 (3); S. 466-73 (2005)