Hallo Ataba,
vielen Dank für die Antwort.
Hm. Ich denke, ich schiebe diese Frage für mich persönlich noch hinaus. Dass man sich an dieses Medikament quasi binden muss, macht die Entscheidung tatsächlich nicht so einfach. Und mit der Estradiol-Tinktur und Priorin handele ich ja erstmal.
Werde mich aus dem Forum auch vorerst wieder zurückziehen. Ich kann nicht behaupten, dass das Lesen der Beiträge mir sonderlich Mut gemacht hätte. Mehr noch als das Thema Haarausfall schockt es mich zu lesen, wie schlecht viele damit umgehen können. Vor so einem destruktiven Umgang habe ich viel mehr Angst als vor einem lichten Scheitel, denn das eigentliche Leid besteht in der Reaktion auf Probleme und nicht in den Problemen selbst.
Manche zerfleischen sich ja regelrecht selbst wegen diesem Thema und werden in der Diskussion dabei auch selten aufgehalten. In vielen (natürlich nicht allen!) Threads hatte ich das Gefühl, dass die Leute sich in ihrem Selbstmitleid eher noch gegenseitig hochschaukeln, statt im positiven Sinn füreinander da zu sein.
Ich bin auch traurig über meinen Haarausfall. Klar wäre es mir lieber, wenn mir jemand sagen würde: "Deine Haare bleiben immer dicht und schön". Und noch lieber wäre es mir, wenn mir jemand versichern würde: "Du bleibst immer schön, jung und gesund und wirst nie Kummer und Sorgen haben!"
Aber so läuft das Leben halt nicht.
Die Angst vor Haarausfall ist - denke ich - oft auch eine allgemeine Angst vor Verlust und Vergänglichkeit. Hinter den übermäßigen Reaktionen darauf steckt vielleicht auch die falsche Vorstellung, dass es der "Normalzustand" ist, frei von (haarigen) Problemen zu sein.
Sicher gibt es bei Haarausfall auch sehr extreme Fälle und einige davon schreiben hier auch. Da möchte ich gar nicht respektlos urteilen, aber auch hier scheint es ja Lösungen zu geben (Kopfbedeckungen, Haarteile), mit denen man sich vielleicht arrangieren kann, wenn man möchte.
Aber manche schreiben auch, sie trauen sich nicht mehr in die Öffentlichkeit, weil man bei Sonnenlicht oder Neonlicht von oben vielleicht etwas die Kopfhaut durchscheinen sieht. DAS ist viel trauriger als der Haarausfall ansich.
Wahrscheinlich schreibe ich hier bei vielen gegen eine Wand, aber lasst es mich mal so hart ausdrücken: 99% der Menschen da draussen ist Euer Kopf piepegal. Ich bin jetzt 30 Jahre durch die Welt gegangen und NIE sind mir bei Frauen lichte Haare bewusst aufgefallen. Erst seitdem ich mich selbst wegen dem Thema total überkritisch kirre mache und vorübergehend eine fast krankhafte Selbstbeobachtung entwickelt habe, fallen mir auch bei anderen Frauen Haarprobleme auf.
Mal ganz provokativ gesagt: Nehmt Euch selbst nicht so wichtig, zu glauben, dass die Welt da draussen sich nur um Eure Haare dreht. Vertraut den Leuten, die sagen, "das fällt doch kaum auf". Andere Leute haben ihre eigenen Gedanken und Probleme. Sie haben besseres zu tun, als Eure Haardichte zu beurteilen. Schade, wenn man selbst nichts besseres mehr zu tun hat...Aber ich fürchte, wenn ich mich hier weiter rein steigere, dann ergeht es mir womöglich auch so.
Von daher...vielen Dank für viele auch sehr gute Beiträge, zumindest habe ich einige wichtige Tipps mitgenommen...aber leider auch mehr Angst als vielleicht nötig. Man weiß sowieso nie, was kommt. Auch im positiven Sinn. Zwischendurch darf man auch mal dankbar sein, nix Schlimmeres zu haben. Danach versuche ich jetzt wieder zu leben. Schade um die überschatteten letzten Wochen...ich bereue jeden Tag, an dem ich Haare zählend vor dem Spiegel gebangt habe.
Viele Grüße
Dharma