Liebe Ira,
vielen, vielen Dank für Deine liebe und unglaublich ausführliche Antwort auf meine Fragen. Natürlich habe ich sie bis zum Schluss gelesen und das mit vollem Interesse! Ich finde Du schreibst unglaublich gut und vor allem für mich verständlich. Hoffe, Du bist nicht sauer, weil ich so lange nichts von mir hören ließ, aber bei zwei Kindern und im Zeitalter dieser Facebook-Manie (wie ich finde), habe ich meist schlechte Karten, um an den Rechner zu kommen. Sitze nun vor dem Laptop in der Stube und hoffe, dass ich nun mal fünf min in Ruhe schreiben kann.
Ist schon sehr komplex dieses Thema HA. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass ich den HA von meinem Vater geerbt habe, aber von meiner Hautärztin wurden nie diese ganzen zusätzlichen Faktoren genannt, die da eine Rolle spielen könnten.Hast Du Deine Hormonwerte von Deiner Gynäkologin abklären lassen oder macht das der Endokrinologe gleich mit? Die Sache mit diesem Gelbkörperhormon finde ich schon interessant. Ich habe mir von meiner Hausärztin mal die Schilddrüsenwerte abklären lassen, aber das war schon ein Kampf. Sie ist ja der Meinung, dass der HA bei mir Stressbedingt sei und fertig, aber dass die Diagnose AGA schon Jahre vorher von meiner Hautärztin gestellt wurde, hat sie gar nicht interessiert. Meine Werte wären angeblich in Ordnung. Toll, das hat mir wirklich super weiter geholfen... Deshalb fehlt mir immer der Mut, weitere Ärzte mal zu Rate zu ziehen, weil ich mich einfach nicht ernst genommen fühle.
Und natürlich hast Du recht, wenn Du sagst, dass Personen, die Dich nach Deinen Haaren beurteilen, oberflächlich sind. Gerade ich müsste wissen, dass es Krankheiten gibt, die wirklich schlimm sind (in meiner Familie erkrankte jemand 2008 an einem Zungengrundkarzinom, ist aber zurzeit o.B.) Der HA ist nicht lebensbedrohlich und wenn gar nichts mehr hilft, dann werde ich wohl irgendwann eben zum HT oder zur Perücke greifen müssen. Aber es gibt eben Tage (besonders nach dem Haarewaschen), da ist mir einfach nur zum Heulen zu Mute und gerade bei meinem letzten Friseurbesuch ist mir aufgefallen, dass die Haare wieder dünner geworden sind (gehe nur aller halben Jahre). Wollte eigentlich auch nicht mehr färben, aber meine Friseurin "verpasst" mir immer ein paar Strähnchen, damit es insgesamt etwas voller wirkt.
Du kennst ja wirklich einige Frauen, mit diesem Problem. Ich wundere mich immer, dass mir das bei anderen Frauen eher selten aufgefallen ist. Aber natürlich versucht das jeder den es betrifft, irgendwie zu kaschieren. Ich bin mir sicher, auch bei mir ist das noch keinem wirklich aufgefallen. Aber es ist eben auch extrem anstrengend, da jeden Tag irgendwie eine Frisur zu zaubern, bei der das Problem nicht ganz so auffällt. Meine Haare sind jetzt etwa Schulterlang (hatte früher immer langes, lockiges Haar) und binde sie mir meistens zu einem lockeren Zopf im Nacken, finde das geht relativ schnell und ich brauch nicht jeden Tag waschen. Habe auch auf Grund dieser Sache mal drei Jahre die Pille (Valette) genommen, der HA ist während dieser Zeit tatsächlich weniger geworden, aber ich habe mich körperlich überhaupt nicht wohl gefühlt. Mir war irgendwie immer übel und während der Pause hatte ich immer extreme Migräne-Attacken, so dass ich es irgendwann so satt hatte und die Pille wieder absetzte. Danach wurde es wirklich schlimm, aber nicht nur mit dem HA, ich bekam zusätzlich noch extrem unreine Haut, das alles war vor Einnahme der Pille nur halb so schlimm. Deshalb wollte ich nie wieder irgendwelche Hormone nehmen. Aber das muss ja jeder selbst entscheiden, und wenn ich nicht solche Probleme gehabt hätte, hätte ich die Pille vielleicht auch noch weiter genommen. Obwohl mir die ganze Sache mit diesen künstlichen Hormonen noch nie geheuer war. Du scheinst ja gut damit zurecht zu kommen.
Du schreibst, dass Du Stressbedingt wenig isst, weil Dir auch der Appetit fehlt, aber ich finde Du bist auf dem besten Weg das wieder zu normalisieren, wenn Du das Problem selber erkannt hast. Also bei mir ist das eher das Gegenteil. Je mehr Stress ich habe, desto mehr esse ich. Aber das ist auch so eine komische Sache. Ich esse relativ viel und gerne und meine Kollegen schütteln immer ungläubig den Kopf, weil ich einfach nicht zunehme, deshalb hatte ich ja auch die Vermutung, dass das evtl. mit meiner Schilddrüse zusammenhängen könnte, aber wie gesagt, die Untersuchung ergab ja angeblich keinen Befund.
Oh je, ich merk schon, ich hab mich auch ganz schön "verquasselt" und hoffe, dass Du während des Lesens nicht müde geworden bzw.nicht sogar eingeschlafen bist.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und freue mich jetzt schon wieder auf eine Antwort.
Sei lieb gegrüßt
Miria