Hallo,
erstmals- danke vielmals Quellwasser!
Ich würde auch nicht behaupten, dass ich jedes HT/Perücke auf der Straße erkennen würde - ich gehe ja davon aus, dass die "Allgemeinheit" meines auch nicht erkennt. Wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, sei es professionell oder als Betroffener, wird sich über die Jahre wohl schon das Auge schulen und man erkennt auch die richtig guten, vermute ich?! Neulich hat mir eine Frau im Bus so unvermittelt aufs Haupt geschaut, da dacht ich die kennt sich wohl aus und hats erkannt. Aber es war mir egal.
Mia, gehst du im Alltag noch ohne Haarteil raus oder nur mehr mit, obwohl du dich (noch) nicht so wohlfühlst? ich glaub ich hab das eh schon mal gefragt bzw. deine Antwort eventuell gelesen, verzeih falls ichs vergessen habe. Ich finde interessant, dass man eine Perücke wie in Haarteil tragen kann, dh die Haare miteinander integrieren. Also nicht wegen der Haare ansich, aber ich dachte ich müsste die immer komplett drunter verstauen, einfach aus dem Grund, damit eine Perücke einen guten Sitz hätte und der Gummirand auf Haut/Haaransatz sitzt und nicht auf den Haaren?! Naja, man lernt ja nie aus. Wird deine Perücke nur mit Kämmen oder Klammern befestigt? Kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Dachte jede Perücke muss man so aufsetzen wie eine Badehaube, also eher stramm und mit allen haaren drunter versteckt, damit es nicht rutscht.
Jetzt bin ich ja "schon" 5 Monate HT-Trägerin. Ich bin nach wie vor so happy damit. Meine Famile hats von Anfang an gewusst, 3 gute Freundinnen wissen es jetzt auch - 2 haben mich gefragt, ob ich mir absichtlich mein Deckhaar heller gefärbt habe als meine unteren Haare, da hab ich ihnen gesagt dass es nicht meine sind, sie waren sehr veruwundert und auch bei näherer Betrachtung ganz erstaunt, wie gut das "funktioniert". Eine dritte Freundin meinte, ich hab so volle Haare und das nach der Schwangerschaft, ob ich denn Glück habe oder "etwas gemacht habe". Sie war eigentlich die erste die mich drauf angesprochen hat, und sie hat so cool reagiert und ich hab gemerkt es tut gut drüber zu reden und ehrlich zu sein, also hab ichs ihr gesagt und ist mir dann auch bei den 2 anderen Freundinnen leichter gefallen.
Ansonsten kann ich mir jetzt schon in der Öffentlich auf die Schnelle einen Pferdeschwanz machen ohne dass ich Angst habe dass etwas verrutscht - bei Wind binde ich sowieso schon zuhause einen und trage vorne eine Haarnadel um den Scheitel zu fixieren. Damit fühle ich mich sicher. Es hält glücklicherweise wirklich gut.
Was ich verabscheue ist es, das HT zu waschen. Da bin ich noch sehr unsicher, hab wahrscheinlich auch (noch) nicht die geeigneten Produkte. Verwende jetzt irgendein Shampoo/Spülung, spiele aber mit dem Gedanken, mir von Belle Madame die Pflegeserie zu kaufen. Ich lasse das Ding eigentlich immer lufttrocknen bzw föhne einfch so rein, ohne es zu stylen. Hab mir mit einer blöden Stecknadel schon ein kleines Loch in die Montur gestochen, ärgert mich enorm. Und in Form föhnen gelingt mir sowieso nicht, also trag ichs eher "natürlich" - schaut nach dem Waschen ein paar Tage dann etwas spröde und zerrupft aus, finde ich - aber will mir nicht nochwas ruinieren, also hab ich den Styroporkopf und die Stecknadeln wieder verbannt. Deswegen denke ich, wenn ichs schon nicht in Form föhnen schaffe, dann vielleicht wenigstens dass die Spitzen gepflegt aussehen, durch die richtigen Produkte.
Vor 2 Monaten etwa war ich auch wieder beim Zweithaarspezialist, meine Frisörin dort hat mir das genau gleiche HT, nur in Kunsthaar, bestellt zum anschauen - ich dachte ich will es als so eine Art Ersatz haben - aber der unterschied war wohl für einen Blinden ersichtlich, nur nur wegen Kunsthaar/Echthaar, sondern auch Schnitt, Farbe, Volumen etc. Irgendwie eh logisch, dass das nicht gleich aussehen kann. Meine Frisörin meinte auch, das wäre rausgeschmissenes Geld. Wenn ich mit meinem HT so zufrieden bin soll ichs einfach tragen bis es mir regelrecht vom Kopf fällt und dann dasselbe nachkaufen. Recht hat sie. Und hoffentlich hab ich beim nächsten Mal die Kraft oder den Mut, den Weg über die Krankenkasse zu gehen.
Kurzum, ich bin nach wie vor glücklich damit. Das mit dem Waschen und Stylen werd ich wohl auch noch hinbekommen mit den Jahren (ich bin auch dankbar über Tips!).