Re: Formel gegen Haarausfall [Beitrag #14723 ist eine Antwort auf Beitrag #14715] :: Mo., 13 März 2006 15:54 
Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14736 ist eine Antwort auf Beitrag #14723] :: Mo., 13 März 2006 17:34 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14740 ist eine Antwort auf Beitrag #14736] :: Mo., 13 März 2006 17:46 
Du hast Dir scheinbar irgendeine Mission auf die Fahne geschrieben, aber man kann diese Mission nicht entziffern, da sie zu fehlerhaft und v.a. viel zu undeutlich geschrieben ist. Mir persönlich ist es immer wieder unangenehm, wenn jemand aus der Undeutlichkeit eine Methode zu machen versucht; denn mir ist angesichts Deiner zahllosen Verallgemeinerungen durchaus nicht klar, worauf Du überhaupt hinauswillst.
[Aktualisiert am: Mo., 13 März 2006 17:50] vom Moderator
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14742 ist eine Antwort auf Beitrag #14740] :: Mo., 13 März 2006 17:54 
Re: sehr guter beitrag [Beitrag #14751 ist eine Antwort auf Beitrag #14744] :: Mo., 13 März 2006 18:20 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14754 ist eine Antwort auf Beitrag #14742] :: Mo., 13 März 2006 18:31 
| 130240 schrieb am Mon, 13 März 2006 17:54 |
derjenige der mich verstehen will, der versteht mich. |
Das ist Rhetorik, die man übergehen kann. Zu Deiner Mission:
Die allgemeine Absicht, zu helfen, verstellt manchmal den Weg zur wirklichen, persönlichen Hilfe.
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14757 ist eine Antwort auf Beitrag #14754] :: Mo., 13 März 2006 18:52 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14759 ist eine Antwort auf Beitrag #14757] :: Mo., 13 März 2006 19:04 
| 130240 schrieb am Mon, 13 März 2006 18:52 | ||||
Erstmal: Die Rhetorik begreift die Redefähigkeit als eine Naturanlage des Menschen (natura), die durch Kunst und Wissen (ars und doctrina) sowie durch Erfahrung und Übung (exercitatio) vervollkommnet werden kann. |
Warum gibst Du mir jetzt eine Definition von "Rhetorik"? Lies lieber den ganzen Satz, namentlich auch den Nebensatz.
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14761 ist eine Antwort auf Beitrag #14757] :: Mo., 13 März 2006 19:13 
| 130240 schrieb am Mon, 13 März 2006 18:52 |
Damit der allgemeinen Absicht zu helfen, Taten folgen, muss man aktiv werden. Das formulieren nichtssagender Weisheiten verstellt den Weg ernstgemeinter Hilfe. Bisher habe ich in deiner Rethorik diese Absicht nicht erkennen können. Mache deine Erfahrung, indem du dich sachlich an der Diskussion zu diesem Thema beteiligst . |
Nun, natürlich ist in vielen Fällen die allgemeine Absicht zu helfen etwas Schönes.
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14762 ist eine Antwort auf Beitrag #14759] :: Mo., 13 März 2006 19:14 
Die Stimme der Unschuld? [Beitrag #14767 ist eine Antwort auf Beitrag #14762] :: Mo., 13 März 2006 19:26 
Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, dass er all sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein. Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten, kümmerte sich nicht um Theater und liebte es nicht, in den Wald zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen. Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem König sagte, er ist im Rat, so sagte man hier immer: "Der Kaiser ist in der Garderobe!" In der großen Stadt, in der er wohnte, ging es sehr munter her.
An jedem Tag kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betrüger, die gaben sich für Weber aus und sagten, dass sie das schönste Zeug, was man sich denken könne, zu weben verstanden. Die Farben und das Muster seien nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht würden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, dass sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei. ,Das wären ja prächtige Kleider', dachte der Kaiser; wenn ich solche hätte, könnte ich ja dahinterkommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug muss sogleich für mich gewebt werden!' Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten. Sie stellten auch zwei Webstühle auf, taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle.
Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein. ,Nun möchte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!' dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zumute, wenn er daran dachte, dass keiner, der dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es sehen könne. Er glaubte zwar, dass er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe.
Alle Menschen in der ganzen Stadt wussten, welche besondere Kraft das Zeug habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei. ,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden', dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er! Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. ,Gott behüte uns!' dachte der alte Minister und riss die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!' Aber das sagte er nicht. Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien.
Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott', dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, dass ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen! "Nun, Sie sagen nichts dazu?" fragte der eine von den Webern. "Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!" antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. "Dieses Muster und diese Farben! - Ja, ich werde dem Kaiser sagen, dass es mir sehr gefällt!" "Nun, das freut uns!" sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster.
Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen könne, wenn er zum Kaiser zurückkomme, und das tat er auch. Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold zum Weben. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten. Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er guckte und guckte; weil aber außer dem Webstuhl nichts da war, so konnte er nichts sehen. "Ist das nicht ein ganz besonders prächtiges und hübsches Stück Zeug?" fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, das gar nicht da war. ,Dumm bin ich nicht', dachte der Mann; es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das wäre seltsam genug, aber das muss man sich nicht merken lassen!' Daher lobte er das Zeug, das er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. "Ja, es ist ganz allerliebst!" sagte er zum Kaiser. Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge.
Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher da gewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser oder Faden. "Ja, ist das nicht prächtig?" sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner. "Wollen Eure Majestät sehen, welches Muster, welche Farben?" und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, dass die andern das Zeug wohl sehen könnten. ,Was!' dachte der Kaiser; ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte.' "Oh, es ist sehr hübsch", sagte er; "es hat meinen allerhöchsten Beifall!" und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, dass er nichts sehen könne.
Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus als alle die andern, aber sie sagten gleich wie der Kaiser: "Oh, das ist hübsch!' und sie rieten ihm, diese neuen prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste, das bevorstand, zu tragen. "Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!" ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut darüber. Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu hängen, und den Titel Hofweber. Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest stattfinden sollte, waren die Betrüger auf und hatten sechzehn Lichte angezündet, damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte. Die Leute konnten sehen, dass sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertig zu machen. Sie taten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten in die Luft mit großen Scheren, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: "Sieh, nun sind die Kleider fertig!" Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst, und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: "Seht, hier sind die Beinkleider, hier ist das Kleid, hier ist der Mantel!" und so weiter. "Es ist so leicht wie Spinnwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!" "Ja!" sagten alle Beamten, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da. "Belieben Eure Kaiserliche Majestät Ihre Kleider abzulegen", sagten die Betrüger, "so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen!"
Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzogen, die fertig genäht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel. "Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!" sagten alle. "Welches Muster, welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!" "Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, der über Eurer Majestät getragen werden soll!" meldete der Oberzeremonienmeister. "Seht, ich bin ja fertig!" sagte der Kaiser. "Sitzt es nicht gut?" und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte. Die Kammerherren, die das Recht hatten, die Schleppe zu tragen, griffen mit den Händen gegen den Fußboden, als ob sie die Schleppe aufhöben, sie gingen und taten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, dass sie nichts sehen konnten. So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: "Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!" Keiner wollte es sich merken lassen, dass er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht wie diese. "Aber er hat ja gar nichts an!" sagte endlich ein kleines Kind. "Hört die Stimme der Unschuld!" sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte. "Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muss ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.
An jedem Tag kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betrüger, die gaben sich für Weber aus und sagten, dass sie das schönste Zeug, was man sich denken könne, zu weben verstanden. Die Farben und das Muster seien nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht würden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, dass sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei. ,Das wären ja prächtige Kleider', dachte der Kaiser; wenn ich solche hätte, könnte ich ja dahinterkommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug muss sogleich für mich gewebt werden!' Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten. Sie stellten auch zwei Webstühle auf, taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle.
Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein. ,Nun möchte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!' dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zumute, wenn er daran dachte, dass keiner, der dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es sehen könne. Er glaubte zwar, dass er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe.
Alle Menschen in der ganzen Stadt wussten, welche besondere Kraft das Zeug habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei. ,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden', dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er! Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. ,Gott behüte uns!' dachte der alte Minister und riss die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!' Aber das sagte er nicht. Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien.
Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott', dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, dass ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen! "Nun, Sie sagen nichts dazu?" fragte der eine von den Webern. "Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!" antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. "Dieses Muster und diese Farben! - Ja, ich werde dem Kaiser sagen, dass es mir sehr gefällt!" "Nun, das freut uns!" sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster.
Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen könne, wenn er zum Kaiser zurückkomme, und das tat er auch. Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold zum Weben. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten. Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er guckte und guckte; weil aber außer dem Webstuhl nichts da war, so konnte er nichts sehen. "Ist das nicht ein ganz besonders prächtiges und hübsches Stück Zeug?" fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, das gar nicht da war. ,Dumm bin ich nicht', dachte der Mann; es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das wäre seltsam genug, aber das muss man sich nicht merken lassen!' Daher lobte er das Zeug, das er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. "Ja, es ist ganz allerliebst!" sagte er zum Kaiser. Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge.
Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher da gewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser oder Faden. "Ja, ist das nicht prächtig?" sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner. "Wollen Eure Majestät sehen, welches Muster, welche Farben?" und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, dass die andern das Zeug wohl sehen könnten. ,Was!' dachte der Kaiser; ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte.' "Oh, es ist sehr hübsch", sagte er; "es hat meinen allerhöchsten Beifall!" und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, dass er nichts sehen könne.
Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus als alle die andern, aber sie sagten gleich wie der Kaiser: "Oh, das ist hübsch!' und sie rieten ihm, diese neuen prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste, das bevorstand, zu tragen. "Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!" ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut darüber. Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu hängen, und den Titel Hofweber. Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest stattfinden sollte, waren die Betrüger auf und hatten sechzehn Lichte angezündet, damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte. Die Leute konnten sehen, dass sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertig zu machen. Sie taten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten in die Luft mit großen Scheren, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: "Sieh, nun sind die Kleider fertig!" Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst, und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: "Seht, hier sind die Beinkleider, hier ist das Kleid, hier ist der Mantel!" und so weiter. "Es ist so leicht wie Spinnwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!" "Ja!" sagten alle Beamten, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da. "Belieben Eure Kaiserliche Majestät Ihre Kleider abzulegen", sagten die Betrüger, "so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen!"
Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzogen, die fertig genäht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel. "Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!" sagten alle. "Welches Muster, welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!" "Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, der über Eurer Majestät getragen werden soll!" meldete der Oberzeremonienmeister. "Seht, ich bin ja fertig!" sagte der Kaiser. "Sitzt es nicht gut?" und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte. Die Kammerherren, die das Recht hatten, die Schleppe zu tragen, griffen mit den Händen gegen den Fußboden, als ob sie die Schleppe aufhöben, sie gingen und taten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, dass sie nichts sehen konnten. So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: "Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!" Keiner wollte es sich merken lassen, dass er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht wie diese. "Aber er hat ja gar nichts an!" sagte endlich ein kleines Kind. "Hört die Stimme der Unschuld!" sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte. "Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muss ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.
[Aktualisiert am: Mo., 13 März 2006 19:28] vom Moderator
Ganz einfach, weil er sich hier profilieren will [Beitrag #14771 ist eine Antwort auf Beitrag #14759] :: Mo., 13 März 2006 19:43 
Im übrigen macht er das nicht selbstlos [Beitrag #14772 ist eine Antwort auf Beitrag #14771] :: Mo., 13 März 2006 19:49 
[Aktualisiert am: Mo., 13 März 2006 19:59] vom Moderator
Re: Im übrigen macht er das nicht selbstlos [Beitrag #14774 ist eine Antwort auf Beitrag #14772] :: Mo., 13 März 2006 20:02 
Re: Die Stimme der Unschuld? [Beitrag #14776 ist eine Antwort auf Beitrag #14767] :: Mo., 13 März 2006 20:10 
Re: Die Stimme der Unschuld? [Beitrag #14777 ist eine Antwort auf Beitrag #14776] :: Mo., 13 März 2006 20:16 
| 130240 schrieb am Mon, 13 März 2006 20:10 |
die geschichte heißt: des kaisers neue kleider. |
Wie die Geschichte heißt weiß ich selbst.
| 130240 schrieb am Mon, 13 März 2006 20:10 |
ich muss leider feststellen, dass ich leider recht hatte. du ziehst es lieber vor, dich eher der literatur, als der sachlichen auseinandersetzung mit dem thema zu widmen. schade. |
Nein, das ist überhaupt nicht schade.
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14791 ist eine Antwort auf Beitrag #14736] :: Mo., 13 März 2006 22:09 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14799 ist eine Antwort auf Beitrag #14757] :: Mo., 13 März 2006 23:05 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14800 ist eine Antwort auf Beitrag #14762] :: Mo., 13 März 2006 23:11 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14822 ist eine Antwort auf Beitrag #14791] :: Di., 14 März 2006 00:12 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14836 ist eine Antwort auf Beitrag #14800] :: Di., 14 März 2006 01:55 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14837 ist eine Antwort auf Beitrag #14799] :: Di., 14 März 2006 03:00 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14840 ist eine Antwort auf Beitrag #14837] :: Di., 14 März 2006 08:59 
Re: Formel gegen Haarausfall [Beitrag #14843 ist eine Antwort auf Beitrag #14723] :: Di., 14 März 2006 09:43 
Das ist auch der einzige Grund warum AGA nicht als Krankheit anerkannt wird.
Die Kassen wollen sich um die Kosten drücken.
Wenn ich sehe was die jeden Monat von meinem Bruttolohn einstecken und ich dann auch noch für ein Propecia Privatrezept 10 Euro Praxisgebühr bezahlen muß, da bekommt ich einfach nur Wut.
Die Kassen wollen sich um die Kosten drücken.
Wenn ich sehe was die jeden Monat von meinem Bruttolohn einstecken und ich dann auch noch für ein Propecia Privatrezept 10 Euro Praxisgebühr bezahlen muß, da bekommt ich einfach nur Wut.
Re: Formel gegen Haarausfall [Beitrag #14844 ist eine Antwort auf Beitrag #14843] :: Di., 14 März 2006 10:09 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14905 ist eine Antwort auf Beitrag #14836] :: Di., 14 März 2006 15:28 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #14913 ist eine Antwort auf Beitrag #14905] :: Di., 14 März 2006 16:16 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #15256 ist eine Antwort auf Beitrag #14913] :: Do., 16 März 2006 22:10 
Re: Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die Niemand kann [Beitrag #15258 ist eine Antwort auf Beitrag #15256] :: Do., 16 März 2006 22:43 
| 130240 schrieb am Don, 16 März 2006 22:10 |
Hier taucht alle Nase lang jemand auf, der meint, er müsse mit seiner Sicht der Dinge die große Erleuchtung über uns arme, irrende Menschen bringen. Und um Dein Lied zu singen. Das ist auch eine Verallgemeinerung und eine Unterstellung zugleich. Im Übrigen ist doch der Erfahrungsaustausch erwünscht, um Dich sinngemäß bei Deinen Worten zu nehmen. Jeder soll sich doch seine eigene Meinung bilden und diese auch äußern dürfen. Oder? Außer viel heißer Luft, die über eine Zeit Aufmerksamkeit erregt und irgendwann vefliegt, bringt dieser Thread eh nichts. Das ist Deine Einschätzung. Aber wie war gleich Deine Meinung: "Die User bestimmen, in welche Richtung diskutiert wird." Ich akzeptiere Deine Meinung, dann aber bitte auf einer sachlichen Ebene. Stattdessen hast Du meine Posts zerhackt und jeden einzelnen Satz einer Interpretation unterzogen. Im Ergebnis standen - Verallgemeinerung und Unterstellung. Wenn Du meine Posts nicht sonderlich gut findest (steht in einen Deiner ersten Posts), ist das Deine Sache. Aber mit der Drohung den Thread zu schließen, würdest Du nur meine Vermutung bestätigen, dass Dir als Moderator an einer freien Meinungsbildung, die nicht nach Deinem Geschmack ist, nichts liegt. Grüße von 130240 |
[Aktualisiert am: So., 19 März 2006 11:01] vom Moderator
-=] Zurück zum Anfang [=-
aktuelle Zeit: Sa. Juni 06 22:10:25 MESZ 2026
Insgesamt benötigte Zeit, um die Seite zu erzeugen: 0.02406 Sekunden




Startseite
Suche
Hilfe
Mitglieder
Registrieren
Anmelden



