Guten Tag,
diese Vertex ("Tonsur") Fällen sind immer ein wenig kompliziert wenn es um die langfristige Strategie geht. Die Tonsur ist als "schwarzes Loch" in Fachkreise bekannt, aus mehrere Grunde:
Grösse der Fläche:
- es stellt eine grosse Fläche dar, die meisten unterschätzen die tatsächliche cm²Anzahl da es nicht direkt sichtbar ist
- Es kann im Laufe der Zeit in alle Richtungen wachsen(nach vorne, nach hinten/unten, und seitlich, was natürlich die Fläche noch grösser macht.
Die Menge an Haaren die man braucht wird öfters unterschätzt.
Kopfform / Wuchsrichtungen:
- die Schädelform ändert sich in den Bereich, es rundet sich von den horizontalen oberen Kopfeberich nach unten ins vertikalen hinteren Kopfebereich. Diese Kurbure ist auch seitlich vorhanden, von horizontalen oberen Bereich ins vertikalen seitlichen Bereich.
- im Wirbelbereich gibt es starke Wuchsrichtung und Wuchswinkel Änderungen.
Bei einer HT versucht man die Kopfhaut möglichst gut abzudecken (mit weniger als die urspüngliche Menge), oder einfacher gesagt möglichst viel Schattierung auf der Kopfhaut zu bringen (so das der Betrachter mehr Haarfarbe als Hautfarbe wahrnimmt). Diese hat mit einfache Physik/Optik zu tun und ist stark von der Spenderhaarqualität und auch die Haarlänge und Haarstyle beeinflusst (längeres flacher gekämmtes Haar spendet immer mehr Schattierung als kürzeres nach oben gekämmtes Haar). Auf den vorderen und oberen Kopfbereich ist dieses Abdeckungseffekt einfacher zu erreichen da man wegen der horizontale/flache Kopfform und homogene Haarwuchsrichtung (und Winkel) ein Dachziegeleffekt relativ unkompliziert gestalten kann.
Im Tonsurbereich machen die oben erwähnten Kopfform und Haarwuchsrichtung ( und Winkel) Änderungen eine Dachziegelähnliche Abdeckung etwas komplizierter.
Also was tun mit der Tonsur im jungen Alter? Das Risiko ist das die Fläche grösser wird, und man zu früh, zu viele von der beschränkte und wertvolle Spenderreserven verbrauchen wird und damit zu wenige für den vorderen und oberen Kopfeberich im Spenderkonto bleiben (falls der Haarausfall sehr stark sich ausbreitet) . Die klassische Empfehlung ist das man Medikamente ausprobiert und die Aesthetik so akzeptiert, was für jüngere Patienten allerdings problematisch ist.
Mehr zu den möglichen Strategien nächste Woche.
Einen schönen Sonntag noch