Da hast du vollkommen recht. Bei der medizinischen Beratung fehlt es nahezu bei allen "Ärzten". Das sind Verkäufer, die uns etwas verkaufen wollen. Beratung, ehrliche Beratung, die nur den Kunden und sein Wohl im Auge haben, kannst du von fast niemandem erwarten. Ich habe einige Ärzte konsultiert, davon habe ich nur bei Dr. Cole eine eingehende Beratung erhalten. Der Rest hat mich nur als Kunden gesehen, nicht als Patienten, den man beraten muss. Ich habe gesagt, was ich will, und sie haben mir gesagt, wie viele Grafts sie dafür brauchen. Das ist ein Kunde - Verkäufer, kein Patient - Arzt Verhältnis.
Für mich ist das kein Problem, ich weiss, was ich mache. Wenn nun aber jemand, der sich nicht vorher mit dem Thema, den Risiken usw. befasst hat, zu solch einem Arzt geht, kann er nicht erwarten, was er erwartet: Einen Arzt, wie er ihn aus dem Krankenhaus kennt. Man muss diese Ärzte eher wie Autoverkäufer, so lächerlich es klingt, sehen. Kein Autoverkäufer wird sich mit dir hinsetzen und dich Beraten, ob ein neues Auto überhaupt in deinem Fall ratsam ist usw. Das muss man schon selbst machen.
Das ändert aber nichts daran, dass, was Keser bei Michael gemacht hat, nämlich mit 1500 Grafs seine Haarlinie zu rekonstruieren, gut geworden ist. Das war, was Michael von Keser wollte - er hat es bekommen.
Aber da treffen wir eigentlich den Kern des Übels aller Schönheitsops. Hier verschwimmen auf teilweise sehr ungute Art und Weise die Grenzen zwischen Arzt, mit allem was dazu gehört - Stichwort: Eid des Hippokrates, der immerhin besagt, dass man nur im Interesse des Patienten handeln darf - und Verkäufer eines Produktes. Mich wunder sehr, dass hier noch keine verbindlichen Regelungen geschaffen wurden.
[Aktualisiert am: So., 27 Mai 2007 16:07]