Einen Tag vor der OP fuhr ich nach Brüssel, von Düsseldorf ein Zwei-Stunden- Trip. Mein Hotel lag praktischerweise nur einen Steinwurf von der Klinik entfernt.
Am Abend checkte ich schon einmal die Liegeposition für die Nächte nach der OP. Mit vier Kissen und einer kleinen Nackenrolle baute ich mir ein stabiles Nest. So konnte ich die optimale 40-Grad-Schlafposition einnehmen.
Am Tag vor dem Eingriff musste ich zum Bluttest. Ich wurde unter anderem auf Hepatitis B und C, HIV und auf Blutgerinnung gecheckt. Alles war okay jetzt konnte eigentlich nichts mehr dazwischenkommen.
Die Nacht war unruhiger als sonst. Um 11 Uhr sollte es losgehen, es blieb noch genügend Zeit für ein ausgedehntes Frühstück. Während ich mir ein paar Croissants mit Müsli gönnte, bemerkte ich einen Mann mit schwarzem Kopftuch am Buffet. Es stellte sich heraus, dass der Bandanaträger auch Patient der Klinik war, seinen Eingriff gerade hinter sich gebracht hatte.
Um zehn vor elf machte ich mich auf den Weg. In den vergangenen Wochen hatte ich mich manchmal gefragt, ob ich im letzten Moment vor dem Eingang kneifen und einfach wegrennen würde. Aber als ich vor dem schweren Tor an der unscheinbaren Gründerzeitvilla stand, war ich ziemlich locker, was mich schon überraschte.
Als ich die Klinik betrat, drückte mir Carmen, Dr. Bisangas rechte Hand, als erstes einige Dokumente in die Hand, die ich ausfüllen und unterschreiben musste. Im Wesentlichen musste ich bestätigen, dass mir die Risiken der OP bekannt waren und dass die Klinik kein perfektes Ergebnis garantieren konnte.