Wie viel Grafts wären nötig um Ecken wegzubekommen? [Beitrag #176040] :: Sa., 24 Januar 2026 14:27
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Hallo,
ich hatte vor Kurzem eine Haartransplantation mit 1550 Grafts, weil ich Geheimratsecken habe. Mit dem Ergebnis bin ich jedoch mehr als unzufrieden, da meiner Meinung nach zu wenig gemacht wurde.
Zu Beginn hatte ich einen kostenlosen Beratungstermin, bei dem eine Haarlinie eingezeichnet wurde. Die Klinik hat dabei Fotos von mir mit der eingezeichneten Haarlinie gemacht und mir diese anschließend zusammen mit einem Angebot zugeschickt. Mit dieser vorgeschlagenen Linie war ich nicht zufrieden und wollte einen weiteren Termin, um die Linie vor Ort gemeinsam noch einmal zu überarbeiten. Laut Klinik war das jedoch nicht möglich.
Ich habe daraufhin auf den von der Klinik zugesendeten Fotos selbst eine alternative Haarlinie eingezeichnet, diese zurückgeschickt und bekam die Rückmeldung, dafür würden etwa 200–250 zusätzliche Grafts nötig sein. Das war für mich in Ordnung.
Das jetzige Ergebnis entspricht aber nicht meinen Vorstellungen. Ich wollte keine Geheimratsecken mehr haben, also keine „M‑Form“ mehr, oder zumindest deutlich mehr Haare an den Seiten, also im Bereich der Schläfen bzw. Koteletten.
Zb so:
https://eihjesyfseu.exactdn.com/wp-content/uploads/bb-plugin/cache/hair-transplant-surgery-to-lower-hairline-female-landscape-881194f6a47059585a00d940af2b52c9-ow68sh4lp1yr.jpg?strip=all&resize=1920%2C1674
oder so
https://www.reddit.com/media?url=https%3A%2F%2Fi.redd.it%2Fgqx0rrygx7tb1.jpg
Ich hoffe, es ist klar, was ich damit meine.
Frage 1: Wie viele Grafts werden ungefähr benötigt, um das von mir gewünschte Ergebnis zu erreichen?
Frage 2: Könnt ihr mir eine gute Klinik empfehlen?
Ich hatte danach noch bei einer Klinik angefragt, die sehr in meiner Nähe ist. Allerdings war das nicht hilfreich. Dort hieß es, meine Haarlinie sei bereits ziemlich gerade. Als ich zum Vergleich ein Bild von mir mit 17-18 Jahre gesendet habe, meinten die nur, sowas machen sie nicht.
Zur Klinik, bei der ich die Haartransplantation gemacht habe, möchte ich nicht noch einmal zurück. Zum einen habe ich das Gefühl, dass dort kein großes Interesse an einer Korrektur besteht, und zum anderen bin ich verwirrt, warum nicht gleich 2000–2200 Grafts gemacht wurden. Schließlich wussten sie, wie ich mir das Ergebnis vorstelle, und hatten selbst nur 200–300 zusätzliche Grafts angesetzt.
Jetzt würde es laut aktueller Einschätzung etwa 600 Grafts mehr benötigen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen – das verwirrt mich zusätzlich. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die 1550 Grafts nicht dicht genug gesetzt wurden.
Zu Beginn hieß es außerdem, die OP dauere nur 2–3 Stunden, am Ende waren es dann 5–6 Stunden. Das an sich ist mir nicht so wichtig, aber durch mehrere, teils widersprüchliche Aussagen ist mein Vertrauen in diese Klinik stark angekratzt.
Mir ist wichtig, vorab ein persönliches Vorgespräch zu haben.
Ein Kumpel hat mir eine Klinik in der Türkei empfohlen, aber dort finden die Vorgespräche nur telefonisch oder über Bilder statt. Ich möchte die Linie vor Ort gemeinsam mit dem Arzt einzeichnen, damit ich bei einer zweiten OP nicht wieder unzufrieden bin. Über Bilder allein ist das aus meiner Sicht sehr schwer.
Frage 3: Macht es Sinn auch Barthaare zu nutzen
Das ist für mich nicht zwingend wichtig, aber da ich keinen Bart trage und mich das regelmäßige Rasieren nervt, dachte ich, das könnte vielleicht eine sinnvolle Option sein. Bin aber unsicher ob das nicht Narben hinterlässt.
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Aw: Wie viel Grafts wären nötig um Ecken wegzubekommen? [Beitrag #176047 ist eine Antwort auf Beitrag #176040] :: Sa., 24 Januar 2026 20:45 
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ME95
Beiträge: 79 Registriert: November 2024
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Es ist keinesfalls zu wenig gemacht worden, eher zu viel! Ein Haaransatz wie du ihn dir wünscht wäre nur bei Transfrauen angemessen. Eine Haartransplantation ist nicht dazu geeignet um möglichst lange wie 18 auszusehen. Spätestens wenn die ersten Falten kommen würde das sich rächen, da es nicht ohne Weiteres wieder angepasst werden kann. Ein Haarteil wäre für dich vielleicht die bessere Alternative gewesen. Dass die Klinik deinen Plan abgelehnt hat spricht eher für sie. Keine seriöse Klinik würde so etwas umsetzen solange keine Transsexualität vorliegt. Insofern kann hier auch keine Klinik empfohlen werden.
Bartentnahmen hinterlassen in der Regel keine bemerkbaren Mikronarben. Man kann Barthaare aber nicht im Haaransatz oder an den Schläfen verwenden, nur weiter hinten.
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Aw: Wie viel Grafts wären nötig um Ecken wegzubekommen? [Beitrag #176049 ist eine Antwort auf Beitrag #176040] :: So., 25 Januar 2026 14:05
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Osmon
Beiträge: 393 Registriert: Juli 2016
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Genau so ist es.
Du kannst von Glück sagen, dass du bisher bei augenscheinlich guten Docs gelandet bist, die die OP so wie du sie dir vorstellts, ABGELEHNT haben.
Was ist der Grund?
So wie mein Vorschreiber schon erwähnt hat: Eine solche Haarlinie ist nicht natürlich bei Männern. Aber viel wichtiger: Du bist noch sehr jung, eine seriöse Prognose zum Haarausfall ist in dem Alter schlichtweg nicht machbar. Wenn es dumm läuft, fallen dir die Haare bis auf die unnatürliche Haarlinie aus. Das wäre der Worst-Case. Um diesen optischen Vollschaden zu beheben, müsste eine teure Repair gemacht werden. Dann wäre das Problem, ob du überhaupt noch einen Spender mit genügend Grafts hättest. Die unnatürliche Haarline allein hätte bereits massig Grafts verschlungen. Von den immensen Kosten einer Repair HT möchte ich gar nicht erst sprechen.
Dein Problem ist weiterhin, dass du jetzt schon eine OP hinter dir hast in einem sehr jungen Alter. Der Haarausfall wird aber tendenziell seine größten Schübe in den 30er Jahren haben.
Wenn du Pech hast, sieht es in mehreren Jahren optisch wie eine Baustelle aus.
Wenn du jetzt auch noch einen unseriösen Arzt erwischt hättest, der dir die gewünschte feminine Haarline transplantiert hätte, hättest du später evtl. ein noch größteres Problem.
Ich denke, du denkst nur an das Jetzt: So aussehen wie du es dir vorstellst, später mit 40-80 Jahren ist das Aussehen egal.
Ich verspreche dir: Dir wird dein Haar mindestens genauso wichtig sein in der Zeitspanne wie jetzt.
Durch das verpfuschte Vorgehen im jungen Alter wäre dann aber vermutlich nicht mehr viel möglich, ein einigermaßen ausreichendes optisches Ergebnis zu erreichen.
Ich kann es nur immer wieder wiederholen:
Keine HT vor Ende 30. Dann zu einem GUTEN Arzt, der dann aber eben auch mehr kostet als diese Billiganbieter, die zum Teil unseriös beraten und arbeiten.
Ab 40 kann dir der gute Arzt seriös prognostizieren, wohin dei Reise geht, dementsprechend planen und operieren.
Das ist ein wirklich gut gemeinter Ratschalg von mir. Ich weiß, in jungen Jahren will man das nicht hören, will jung, optisch perfekt aussehen.
Später bereut man das bitterlich.
Ich wünsche dir eine gute Entscheidung und drücke die Daumen, dass die jetzt schon gemachte HT dir später keine Sorge machen wird.
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