Erfahrungsbericht zu meiner 2. Haartransplantation in der Hairline Clinic Ankara (1.575 Grafts)
Nach einer erfolgreichen ersten HT vom 28.06. - 04.07.2010 in der Hairline Clinic Ankara hatte ich mich nun vom 16. - 20.12.2011 ebenfalls in der Hairline Clinic Ankara einer zweiten Haartransplantation unterzogen. Geplant waren diesmal die Tonsur, der obere mittlere Bereich sowie zwei kleinere Korrekturen (Verdichtungen) aus der ersten HT. Hier nun mein Bericht:
16. Dezember 2011
Um 15.10 Uhr bin ich auf dem Flughafen in Ankara angekommen. Ich wurde von einem Fahrer der Klinik in einem Mercedes-Bus abgeholt. Ich wurde zur Klinik gefahren. Neu war diesmal, dass ich in der Klinik übernachten konnte. Seit meinem letzten Besuch hat sich in der Klinik räumlich so Einiges verändert. Es gibt nun auf einer weiteren Etage einen zweiten OP-Bereich sowie drei Apartments. Dazu noch eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum mit TV, DVD und Sat-Anschluss. Die Zimmer verfügen alle über ein Doppelbett, Schrank, Nachtisch, Sessel, so dass auch eine Begleitung mit übernachten kann. Gegessen wird in der Regel in der Küche. Das Essen wird bis auf das Abendbrot direkt in der hauseigenen Küche hergestellt. Das Essen ist wirklich sehr gut. Der Kühlschrank in der Küche verfügt über diverse Getränke, Naschereien und ganz wichtig: Kühlpads. Alles sehr sauber. Die Apartments werden täglich gereinigt. Die Übernachtung im Apartment kostet 40 Euro. Sofern die Apartments belegt sind, muss man im Hotel übernachten. Das kostet dann ca. 50 Euro. Ist aber, denke ich, auch in Ordnung, da es ja eine Klinik und kein Hotel ist. Ich persönlich fand die Apartments sehr praktisch. Man kann sich quasi vom OP-Stuhl ins Bett fallen lassen.
17. Dezember 2011
Nachmittags wurde mit der Erstellung des Planes begonnen. Grundlage hierfür waren verschiedene Haarlängen. Von einem Friseur wurden drei verschiedene Längen geschnitten und jeweils die Problemzonen markiert. Dr. Akin ermittelte anhand eines aufgesetzten Mikroskops die in etwa benötigten Grafts für die zu bearbeitenden Teilbereiche. Danach wurde komplett rasiert und die Bereiche abschließend markiert (siehe Bild in der Anlage ). Geplant waren 2.000 Grafts.
18. Dezember 2011
Nachdem in der Nacht nun auch Khan angereist war, wurde nach dem Frühstück noch einmal der Plan etwas genauer besprochen und meine Haardichte genau analysiert. Im Donorbereich wurde im Schnitt eine 65er Dichte errechnet. In den restlichen Bereichen im Schnitt eine 50er Dichte. Ganz dünne Haare wurden allerdings nicht mitgezählt. Nach genauer Ausmessung des Donors wurde festgestellt, dass für die 2.HT max. nur ca. 1.500 Grafts zur Verfügung stehen. Da in den vorderen Bereichen bereits mehr Grafts geplant waren als wirklich benötigt, stellte dies aber kein Problem dar. In den vorderen drei Bereichen wurden die geplanten Grafts um 500 reduziert. Die geplanten Grafts für den vierten Bereich und den Vertex wurden beibehalten (siehe Bild in der Anlage „Bilder Pre-OP und während OP").
Die transplantierten Barthaare wurden ebenfalls gecheckt. Ich selbst konnte sie auf hochauflösenden Bildern sowie der Mikrokamera nicht wirklich erkennen. Unter Benutzung des aufgesetzten Mikroskops hat Dr. Özgür die Barthaare mit einem schwarzen Stift markiert (siehe Bild in der Anlage „Bilder Pre-OP und während OP"). Er hat jedoch nicht alle markiert, da wir mit der OP beginnen wollten. Es sind so gut wie alle Barthaare angewachsen. Mittlerweile kann ich sie auch unterscheiden. Sie sind etwas dunkler als die anderen Haare. Man muss sich die Fotos unter Vergrößerung allerdings sehr genau anschauen.
Gegen 11 Uhr wurde durch Dr. Özgür mit der Extraktion begonnen. Die Spritzen waren wie schon beim ersten Mal kein Problem. In einer ersten Session wurden durch Dr. Özgür 318 Grafts entnommen und nach einer kurzen Pause durch Dr. Akin vorn beginnend in die Empfängerflächen der Bereiche 1 und 2 eingesetzt. Die Spritzen für die Empfängerflächen waren wie auch beim ersten Mal schon sehr schmerzhaft. Scheinbar bin ich auf dem Kopf empfindlicher als an den Seiten.
In einer zweiten Session wurden durch Dr. Özgür 385 Grafts entnommen und anschließend durch Dr. Akin in die Bereiche 2 und teilweise in den Bereich 3 eingesetzt.
Aufgrund der geringeren Graftanzahl war dieser erste Tag entspannter als die vorherigen der 1.HT, wo ca. 1000 Grafts am Tag verpflanzt wurden. Auch die Ärzte waren insgesamt entspannter. Danach gab es wieder ordentlich zu essen. Die Nacht verlief ruhig. Ich hatte keinerlei Probleme. Ich hatte vorsichtshalber auch schon mit kühlen begonnen.
Extrahiert wurde mit 0,8 - 0,9 mm Punch Size und eingesetzt mit 0,8 mm Punch Size.
19. Dezember 2011
Für diesen Tag waren der dritte und vierte Bereich (Vertex) geplant. Nach Abnahme des Verbands wurde auf Schwellungen gecheckt. Da ich bereits vorsichtshalber gekühlt hatte, hatte ich so gut wie keine Schwellungen.
Gegen 11 Uhr wurde durch Dr. Özgür mit der Extraktion begonnen. In einer ersten Session wurden durch Dr. Özgür 536 Grafts entnommen und nach einer kurzen Pause durch Dr. Akin im Vertex beginnend eingesetzt. Das Einsetzen der Grafts im Vertex war laut Dr. Akin sehr schwierig und anstrengend, verlief jedoch ohne Probleme. Auch für mich war dieser Bereich anstrengend, da ich mich aufgrund des Wirbels und der jeweiligen Wuchsrichtung der Haare für das Einsetzen der Grafts mehrmals drehen musste.
In einer zweiten Session wurden durch Dr. Özgür 336 Grafts entnommen und anschließend durch Dr. Akin in den vierten Bereich eingesetzt.
Danach gab es wieder ordentlich zu essen. Auch diese Nacht verlief ruhig. Ich hatte keinerlei Probleme und vorsichtshalber wieder ordentlich gekühlt.
20. Dezember 2011
Nach dem Frühstück wurde der Verband gewechselt und noch einmal Post-OP Anweisungen mit auf den Weg gegeben. Es wurden auch Fotos gemacht, welche ich aber leider bisher noch nicht von der Klinik bekommen habe.
Halb drei wurde ich von einem Fahrer zum Flughafen gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir einen kurzen Zwischenstopp in einer Apotheke gemacht. Für Proscar (5mg/28 Stk.) habe ich sage und schreibe 8 Euro bezahlt. Ich bereue mittlerweile, dass ich mich nicht gleich richtig eingedeckt habe.
Gegen 16 Uhr bin ich dann nach Deutschland zurückgeflogen. Diesmal gab es keine Probleme am Flughafen wie bei der ersten HT.
Bisheriger Verlauf:
Ich bin nun bereits schon wieder drei Monate Post OP. Wie bei der ersten HT verlief bisher alles unkompliziert. Die Rötungen und die Krusten waren diesmal bereits nach 14 Tagen so gut wie weg. Das Shedding verläuft wie gewohnt, allerdings weniger als beim ersten Mal. Im Februar habe ich wegen Schuppenbildung eine Terzolin-Kur gemacht. Möglicherweise hatte das auch positiven Einfluss auf das Shedding. Doldrums haben sie nur zwei Mal im Vertex gebildet. Diese sind ebenfalls bereits wieder weg. Derzeit verspüre ich viel Aktivität in den transplantierten Flächen.
Das befürchtete Shockloss im Vertex aufgrund der noch vorhandenen Haare ist ebenfalls ausgeblieben.
Den Donor habe ich mit einer einfachen Bodylotion gepflegt und die Empfängerflächen die ersten drei Wochen mit Terramyzin-Salbe gegen Narbenbildung eingeschmiert (jede Woche eine Tube). Die ersten beiden Wochen habe ich zusätzlich noch Coaspirin (Kinderaspirin) für eine bessere Durchblutung der Grafts eingenommen.
Mit Rogaine Foam und Sport habe ich nach vier Wochen wieder begonnen. Rogaine Foam benutze ich momentan 2mal täglich, 1mal täglich Proscar 1,25 mg (4 Tage und 1 Tage Pause) und zweimal täglich (jeweils 3 Stück) Schüssler Salz Nr.11 (Kieselerde). Meine Ernährung ist insgesamt sehr ausgewogen, viel Salat, Obst, Gemüse, Fisch, Geflügel. Kohlenhydrate eher reduziert. Ich bin Nichtraucher und treibe viel Sport.
Nach drei Wochen habe ich beim Friseur alles auf 4mm kürzen lassen, danach alle vier Wochen jeweils nur die Seiten.
Fazit:
Der Zeitpunkt für die zweite HT war meiner Meinung nach gut gewählt. Seit der ersten HT waren bereits 18 Monate vergangen, so dass man bereits von einem Endergebnis ausgehen und entsprechende Korrekturen vornehmen sowie die Bearbeitung anderer Bereiche angehen konnte.
Wichtig war mir vor allem zu sehen, wie viele Grafts nach der ersten HT angewachsen sind. Nur in der Haarlinie rechts (100 Grafts) und im vorderen Bereich in der Mitte (ca. 200 Grafts) musste eine kleine Verdichtung vorgenommen werden. Insgesamt bin ich mit der Anwuchsrate sehr zufrieden. Interessant war, dass Dr. Akin sofort die fehlenden Grafts aufgefallen sind (siehe Markierung für zehn Grafts im vorderen Bereich), welche ich durch einen Kopfstoß nach der ersten HT verloren hatte. Ich hatte damals sechs Grafts verloren. Sie hatten sich beim abnehmen des Verbandes gelöst. Erfreulich auch, dass so gut wie alle transplantierten Barthaare angewachsen sind.
Wenn alles gut anwächst, dürfte es dann erst einmal gut sein. Insgesamt wurden so nun 4.862 Grafts verpflanzt. Sofern ich irgendwann eine dritte HT machen sollte, stehen mir laut Aussage von Dr. Özgür noch ca. 500 bis 1.000 Barthaare zur Verfügung. Wie viele Grafts der Donor noch hergibt, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilt werden.
Der Haircount lag diesmal wieder 2,1 (siehe Bild in Anlage „Bilder Pre-OP und während OP"). Die gesetzten Dichten könnt Ihr ebenfalls diesem Bild entnehmen.
Vielen Dank noch einmal an Khan und Andreas (Krämer) für die gute Beratung sowie an das Team der Hairline Clinic für die gute Arbeit und Versorgung während den OP's.
Als Anlagen habe ich wieder Bilder vor, während und nach der OP beigefügt.
Als direkten Vergleich zur ersten HT habe ich jeweils die Bilder zum damals gleichen Zeitpunkt gegenübergestellt.
Weitere Updates kommen dann wieder in monatlichen Abständen.
Hier noch eine wichtige Info:
Khan erwähnte, dass Dr. Akin wohl voraussichtlich in diesem Monat die Klinik aus familiären Gründen vorübergehend verlassen wird. Für ihn wurde jedoch bereits ein sehr guter Ersatz gefunden und eingearbeitet. Den Namen des Arztes habe leider vergessen. Ich konnte mir aber vor Ort bereits ein Bild von seiner Arbeit machen. Er liefert ebenfalls sehr gute Arbeit ab. Hierbei handelte es sich um zwei Repairfälle (interessant, was manche Ärzte so anrichten; ein Patient hatte zwei!! Stripnarben übereinander) und einen normalen Fall (ehemaliger Keser-Patient). Für schwierige Repairfälle ist die Klinik meines Erachtens wirklich zu empfehlen.
Viele Grüße
[Aktualisiert am: So., 18 März 2012 17:24]