Ein kleiner Einschub nochmal.
Mir sollten 2129 Grafts eingepflanzt werden. Ich hatte im Vorfeld Herrn Demirsoy gesagt, dass nur der vordere Bereich bepflanzt werden sollte. Jedenfalls habe ich die Fotos der Grafts hochgeladen, denn die Anzahl in den Schalen deckt sich überhaupt nicht mit der bezifferten Zahl auf dem blauen Tuch. In jeder schale sollen angeblich 250 Grafts liegen, was aber bei mehrerem durchzählen nicht im Ansatz erreicht wird. Dieses Phänomen ist mir nach der OP bereits im Hotel aufgefallen, als ich auf dem Tablet-PC die Fotos der OP heranzog. Der Mitarbeiter beruhigte mich aber mit der Vermutung, dass sich die Grafts wahrscheinlich durch eine Fettschicht verschoben haben könnten, und viele garnicht erst sichtbar sind. Damit beruhigte man mich erstmal für ein paar Wochen.
Jetzt, nachdem ich viele andere Fotos in verschiedensten Foren gelesen hab, die angeblich auch bei Herrn Demirsoy waren, wird mir das Ausmaß der Schlamperei - und man muss es leider so nennen - bewusst. Neben der Tatsache, dass viele meiner Grafts einfach beschädigt worden sind, waren die Assisteninnen nicht mal fähig, die Grafts vernünftig anzuordnen, geschweige denn gescheit zu zählen. Gestern rief ich bei Herrn Weber an, um mein Problem zu schildern. Die Anzahl der Grafts sind nach dem Vermittler Herrn Weber jetzt nur noch auf 1.958 zu beziffern, was in mir schon ein sehr komisches Gefühl auslöst. Insgesamt sind es nach meinen Berechnungen nämlich 1600-1670. Möchte man den Schaden so gering wir möglich halten? Als Schadensausgleich soll mir ein Differenzbetrag von 42€ überwiesen werden. Soll ich diesen Vorschlag wirklich ernst nehmen? Da begibt man sich auf eine Reise, nachdem man hier 3 Jahren im Forum geforscht hat und als Problemlösung für einen eklatanten Fehler wird ein Betrag von 42€ vorgeschlagen? Jetzt stellt sich euch die Frage, wieso 42€? Naja, ich habe einen Preisnachlass erhalten (2129 für 2000€). Ich wollte im Rahmen der 2000€ Grenzen bleiben, habe aber erwähnt, dass für mich in erster Linie das Ergebnis eine Rolle spielt und 2000 Grafts auch andere Ärzte für diesen Bereich vorgeschlagen hatten.
Um euch einen transparenten Überblick zu verschaffen, schildere ich euch meinen kompletten Ablauf, das ist fair gegenüber den Forenmitgliedern und soll das verzerrte, super Bild durch subjektive Erfahrungsberichte durch ein ehrlicheres ersetzen.
Fakt ist: Ich landete am OP-Tag um 06.00 am Flughafen und es war KEIN Health-Travel-Mitarbeiter vor Ort. Nachdem ich in der früh Herrn Weber anrief, er aber telefonisch nicht erreichbar war, musste ich ahnungslos 40 min. hoffen, um dann auf einen jungen Mann zu treffen, der sichtilich verschlafen mit einem nicht lesbaren Plakat ( helle rosane Schrift) nach mir suchte. Zu diesem Vorfall habe ich mich bis jetzt überhaupt nicht geäußert, aber ich habe ja auch mehrere Male erwähnt, dass das Ergebnis bzw. die Operation oberste Priorität hat.
Der Mitarbeiter Muzaffer wirkt besonnen und nett, auch Herrn Demirsoy spreche ich keine Inkompetenz zu. Nachdem wir uns über meinen Haarausfall unterhielten und er einiges notierte, zeichnete er mir meine Haarlinie( insgesamt 30 min). Folglich wurden die Haare abrasiert, von der Operation bekam ich nichts mit, wie , wenn ich nichts spüre. Den weiteren Verlauf kennt ihr ja...Kanale öffen und ran an die Akkordarbeit. Die eine pflanzt links, die andere rechts ein. Die Assistentinnen haben dann Feierabend, wenn die Prodezdur abgeschlossen ist. Das brachte mich ebenfalls zum grübeln, genau wie die Erkenntnis, dass nachdem ein Verwandter bei der Ersatzklinik in der ich unterbracht war anrief und feststellte, dass kein Herr Demirsoy in der Klinik gemeldet war. Ja, bei allem Respekt, was soll ich jetzt im Nachhinein dabei denken? Wenn der Arzt zu mir spricht und das Schild und die zertifikate anderer Ärzte im Raum hängen?
Wenn jetzt noch dazukommt, dass sehr viele Grafts beschädigt wurden und die Anzahl der tatsächlichen Grafts weitaus geringer ausfällt + sie einfach mal so nicht angeordnet wurden, welche positiven Erkenntnisse soll ich aus dem ganzen abgewinnen? Dass mein Status nach 10 Tagen mit kaputten Grafts super aussieht? Mir stellen sich einfach zu viele Fragen, die ich Herrn Weber auch persönlich mitgeteilt habe:
1. Reiht man die Grafts in meinem Fall absichtlich nicht an um die Anzahl der 2129 durch Verschiebungen zu begründen?
2. Warum sind meine Grafts beschädigt, warum kann man die Prozedur nicht abbrechen, wenn man merkt, dass die motorisierte Entnahme meine Follikel beschädigt?
3. Wenn man tatsächlich auf "gute Ergebnisse" fixiert ist, warum hat man keine andere Problemlösung als diese 42€ parat oder darauf beharren, dass ich so oder so noch eine weitere Haartransplantation benötige? Wer sagt, dass ich nach diesem Fehler wieder dahinfliege?
Man muss einfach festhalten, dass bei dieser Operation mehrere Fehler unterlaufen sind, das lässt sich nun mal nicht leugnen. Es ist etwas, was mich zur Zeit sehr beschäfigt. Noch mehr ärgert mich aber diese Pseuydo-Lösungssuche. Plötzlich ist man nur Vermittler, plötzlich soll ich mich selber mit dem Arzt in Verbindung setzen. Es ist traurig und unfassbar zugleich. Warum soll ich auf den Arzt und den Mitarbeitern durch diesen ehrlichen und Beitrag Rücksicht nehmen, wenn man es im Gegenzug nicht getan hat?