Ich lese auch schon längere Zeit in diesem Forum mit und wollte mich an dieser Stelle auch einmal zu Wort melden.
Wie hier bereits zu bedenken gegeben wurde, ist eine Haartransplantation durchaus eine sehr komplexe Angelegenheit und es erfordert viel Erfahrung und über das "handwerkliche Können" hinaus auch einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik.
Eine Haartransplantation so durchzuführen, dass sie als solche später nicht erkennbar ist, also ein absolut natürlich wirkendes Ergebnis erreicht wird, das können leider nicht viele Haarchirurgen.
Wenn ich hier Bemerkungen lese, dass weniger Skepsis angebracht sei weil ja nur Haare verpflanzt werden, kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. Wenn es nur darum gehen würde, dass Haare vom Hinterkopf nach vorne umgesetzt werden und es insofern als Erfolg angesehen wird, dass auf zuvor kahlen Flächen wieder Haare wachsen -ok. Es hängt sicherlich auch davon ab, was für ein Ergebnis man erwartet und wie hoch die Ansprüche sind.
Leider kann das Ergebnis sehr schnell unnatürlich wirken, wenn z.B. in zu geringer, vom angrenzenden Bestandshaar abweichender Dichte oder nicht übereinstimmender Wuchsrichtung verpflanzt wird. Auch das setzen von Grafts mit mehr als nur einem Haar in erster Reihe führt i.d.R. zu einem unnatürlichen Erscheinungsbild. Die Haare sollten auch nicht alle nur bis zu einer eingezeichneten Linie gesetzt werden, das sieht dann auch sehr künstlich aus und entspricht keinem natürlichen Haaransatz.
Das Design der neuen Haarlinie verlangt einem guten Haarchirurgen gewisse künstlerische Fähigkeiten ab. Die Proportionen müssen stimmen, schließlich bildet die Haarlinie sozusagen den Rahmen für das Gesicht.
Gerade deshalb ist es auch so wichtig, dass sie natürlich wirkt, schließlich ist sie für jeden sichtbar.
Bei Frauen noch viel mehr als bei Männern, da die Haarlinie nicht durch nach vorne wachsende Haare verdeckt wird, sondern eben immer sichtbar ist. Die Gestaltung natürlicher Haarlinien ist sozusagen die "Königsdisziplin" und gehört meiner Meinung nach in die Hände eines erfahrenen und darauf spezialisierten Arztes.
@Kugelfisch: bei dir kommt noch dazu, dass dein Haar sehr dicht ist und noch dazu durch die dunkle Haarfarbe der Kontrast von Haar und Kopfhaut sehr hoch ist. Wenn nun in zu geringer Dichte Haare vor deinen natürlichen Haaransatz gesetzt werden und die Kopfhaut durchschimmert, kann es schnell merkwürdig aussehen, gerade wenn die Haardichte ansonsten überall sehr hoch ist. Das gleiche gilt für deine sehr dichten Augenbrauen. Gerade da ist es außerdem besonders wichtig, dass die Haare in einem sehr flachen Winkel gesetzt werden sodass es keinen sichtbaren Unterschied gibt.
Ich würde grundsätzlich jedem raten, nicht vorschnell eine Entscheidung zu treffen nur aufgrund eines angenehmen und vielversprechenden Beratungsgespräches. Am Ende zählt immer das Ergebnis, mit dem man u.U. ein Leben lang rumlaufen muss.
Eine unzureichend durchgeführte Haartransplantation ist sehr viel belastender wie Haarausfall oder eine hohe Stirn. Leider habe ich persönlich bereits eine meines Erachtens misslungene Haartransplantation hinter mir und die Belastungen daher selber schon durchstehen müssen. Das wünsche ich wirklich niemandem!
In Anbetracht dessen, worum es hier geht, sollten die Nähe zum Wohnort und die Höhe der Behandlungskosten nicht im Vordergrund stehen.
Natürlich muss man sich die Behandlung auch leisten können, aber wenn das Ergebnis letztendlich doch nicht zufriedenstellend ist und man eine weitere HT machen lassen muss, zahlt man am Ende noch viel mehr. Dann lieber länger sparen und sich dann an einem sehr guten Ergebnis erfreuen... ich denke, dann ist es auch wirklich gut angelegtes Geld.
Was die Nähe betrifft, so gibt es auch sehr gute Kliniken in Belgien, daran sollte man auch immer denken. Nur weil man nicht in die Türkei fliegen möchte -was ich gut nachvollziehen kann- muss es deswegen nicht zwangsläufig eine Klinik in Deutschland sein.
Nun ist es natürlich bei der Vielzahl an Anbietern eine schwere Aufgabe, letztendlich die richtige Entscheidung zu treffen. Man könnte daher z.B. auch Kontakt zu Andreas Krämer von Hairforlife aufzunehmen. Er ist als freier Berater tätig und -im Gegensatz zu den "Haarberatern" der Kliniken- an keine bestimmte Klinik gebunden.
Ich hatte selbst Kontakt zu ihm aufgenommen aufgrund dessen, dass ich mit meinem Ergebnis sehr unzufrieden bin und ich wünschte, ich hätte ihn vorher um Rat gefragt. Womöglich wäre mir dann einiges erspart geblieben.
Auf seiner Homepage kann man auch schon viele Informationen zu verschiedenen Themen bekommen, u.a. auch zum Thema fliegende Ärzte und Billiganbieter. Es kann ja nicht schaden, sich das ein oder andere mal durchzulesen.
Ansonsten macht es immer Sinn, sich mehrere Meinungen einzuholen und sich bei verschiedenen, auch renommierten Kliniken beraten zu lassen, am besten vom durchführenden Arzt persönlich. Es sollte auf jeden Fall immer die zu behandelnde Fläche und die entsprechend für eine ausreichend hohe Dichte erforderliche Graftzahl ermittelt werden.
Was die Vorher-Nachher Bilder betrifft, ist es sehr wichtig, dass man darauf auch genau erkennen kann, wie die Haare gesetzt wurden, insbesondere die Haarlinie sollte gut erkennbar sein. Ansonsten finde ich solche Bilder nicht sehr aussagekräftg. Man muss auch immer im Hinterkopf behalten, dass natürlich nur die besten Ergebnisse gezeigt werden. Wichtiger finde ich authentische, zuende dokumentierte Patientenberichte mit Bildern, die ich zu dieser Klinik in der Form noch nicht gefunden habe...