Meine HT durchgeführt bei my perfect hair Berlin im Februar 2018
Ich habe es lange aufgeschoben diesen Bericht hier abzugeben, aber auch ich war hier Nutznießer von Erfahrungsberichten und teilweise Kontakten, die mich schließlich den Entschluss haben treffen lassen es anzugehen, die Haartransplantation. Also bin ich es dem Forum schuldig.
Ich werde einen weiteren und letzten Status gegen Januar 2019 verfassen und mich dann hier verabschieden. Leider sind einige Berichte, gerade zu der von mir konsultierten Haarklinik, recht grenzwertig kommentiert worden, so dass ich für mich beschlossen habe, keine Diskussion zu führen.
Zu mir:
Ich bin 50+ und habe im Prinzip immer schon eher feines Haar und hohe Geheimratsecken gehabt. Um die 40 kamen die Einschläge dichter und das Frisieren führte nur noch mit Mühe zum gewünschten Ergebnis.
Ein Allgemeinmediziner, der mich eigentlich nur mit Reiseimpfschutz versehen sollte, fragte, ob ich nicht gegen den Haarstatus etwas unternehmen wollte. Er informierte mich über Finasterid und spielte dabei die Nebenwirkungen m.E. etwas sehr runter.
Ab dem Moment war ich aber mit dem Gedanken infiziert, ich könne etwas gegen die zunehmende Lichtung unternehmen. Ich legte gleich mit Fin los, um 3 Monate später aufgrund nicht zu leugnender Nebenwirkungen zu kapitulieren. Natürlich war aber der Grundstein gelegt und ich kam schnell auf Minox, was mir für ein paar Jahre Seelenfrieden gab. Doch aufzuhalten war der Haarverlust nicht dauerhaft.
Ich glaube es war dieses Forum, über das ich erstmals mit dem Thema HT in Berührung kam. Es hörte sich für mich leider so gar nicht prickelnd an, so dass ich das Thema nicht so recht angehen wollte. Ein geplantes Wochenende in Istanbul hat es aber schnell wieder auf die Tagesordnung befördert. Ich beschloss noch 1-2 Tage länger zu bleiben und vor Ort Gesprächstermine zu vereinbaren. Vom Budget her fiel die Wahl auf Dr Maral und Dr Bicer. Maral hat mich sehr abgeschreckt, da mir einfach zu viele Patienten durchgeschleust wurden und das Gespräch die Wirkung auf mich hatte, ich unterhielte ich mich mit einem Gebrauchtwagenhändler. Bei Dr Bicer jwd hatte ich zunächst das Gefühl die falsche Adresse aufgesucht zu haben, denn es handelte sich um ein Büro in einem Hochhaus. Ich wurde informiert, dass die Patienten/Kunden mit Dr Bicer von dort zu einem angemieteten OP Raum fahren würden. Das klang alles sehr, sehr wenig seriös. Gewollt oder nicht, ich hatte das Glück dem jüngsten „Opfer" vor Ort selbst zu begegnen -ein Deutscher um die 30. Der arme Mann stand naturgemäß neben sich, war aber bereit mit mir Kontaktdaten zu tauschen.
Nach 5 Monaten habe ich per e-mail nach seiner Bewertung gefragt. Er schütte mir sein Leid über den ganzen Unfug aus und dass eh alles unnatürlich aussieht. Er war ernsthaft frustriert -fast depressiv. Na ja, die Bilder sahen auch nicht so positiv aus. Das war dann wohl die Heilung vom Virus, dachte ich. Zurück zu Minox und Fön. Das war vor ca 3 Jahren.
In 2017 war ich dann wieder verstärkt hier im Forum unterwegs und habe viele Berichte über Kliniken gelesen. Ich hatte das Gefühl, für mich würde es nur in Deutschland in Frage kommen, ohne damit hier etwas gegen die etlichen positiven Berichte über Ausland HT's sagen zu wollen. Es schien mir aber nicht möglich in dem Zustand allein im Hotel zu sitzen und dann die Schmach am Flughafen zu ertragen.
Jeder, der hier unterwegs ist weiß natürlich, dass die Auswahl in DE gering ist und die Koryphäen mit geschätzten 10.000,- ( NW 5 ) auch nicht gerade zum Probiertermin einladen. Ich blieb hängen an einem Bericht der my perfect hair clinic Hamburg und fand heraus, dass an meinem Wohnort in Berlin auch tatsächlich HT's durchgeführt werden. Da gab es für mich keinen Weg zurück. Ende 2017 vereinbarte ich den Termin vor Ort zum Informationsgespräch mit Herrn Dr Saalfrank.
Über ihn und das OP Team wurde hier schon so ausführlich geschrieben, auch häufig sehr unsachlich, dass ich darüber nur noch sehr knapp berichten möchte.
Herr Saalfrank hat mir gegenüber nie versucht den Mediziner zu geben. Natürlich gab es die obligatorische Bildersammlung zu sehen, aber ich finde es als Geschäftsmann auch nicht verwerflich, dass man versucht sein Produkt besonders gut aussehen zu lassen. Auch kann ich rückblickend zusammenfassen, dass keine Aussage getroffen wurde, die ich heute als sehr unzutreffend bewerten würde.
Nach kurzer Begutachtung meines Haupthaars kamen wir zum kaufmännischen Teil. Es wurde mir erläutert, dass man keine Grafts zählen würde, sondern das gute Aussehen Maßstab der HT sein wird. Trotzdem ließ er sich zu einer Schätzung von ca 3000 hinreißen, die sicher zu tief gegriffen war, was sich dann auch später zeigte. Dafür sollte ich 5000,- ausgeben, 1000,- davon als Anzahlung.
Der Preis war hoch genug, um nicht den Verdacht eines Lockangebotes zu erwecken und trotzdem wohltuend günstiger, als bei anderen Experten in Deutschland. Dann folgten die für mich entscheidenden 2 Schritte:
1. Habe ich sehr ausführlich mit meiner Partnerin über das Thema gesprochen und ihr diverse Bilder gezeigt, was passieren könnte in beide Richtungen. Sie fand das alles deutlich weniger dramatisch als ich und war somit klarer Befürworter.
2. Ich wollte gern einen Kunden/Patienten der m p h c Berlin nach dessen Erfahrungen befragen. Hier habe ich Kontakt zu ReWaHndf hergestellt und auch mit ihm telefoniert. Der arme Mann steht ja hier mächtig unter Beschuss ( darum werde ich seinen Weg in diesem Forum nicht gehen ), trotzdem hatte ich das Gefühl mit jemanden zu sprechen, der tatsächlich die Erfahrung gesammelt hat. Wenn das fake war, was ich nicht glaube, war es sehr gut und hat mir auch nicht geschadet 😉 Ich frage mich nur, warum sich jemand dieses bashing hier antut, wenn man doch schon fast 2 Jahre das Thema hinter sich hat. Egal.
Damit waren die Würfel gefallen. Ich unterschrieb den Vertrag, leistete die Anzahlung und vereinbarte noch im Dezember den HT Termin für Anfang Februar.
Ich war wahnsinnig angespannt, was aber dem OP Team und Arzt Dr Tsounis bekannt war. Letzteren kümmerte das offenbar nicht so sehr, seine Assistentinnen waren dagegen aber sehr unterstützend.
Es kam unmittelbar vor der Betäubung zu einer Überraschung, als ich nämlich monierte, dass die Tonsur gar nicht gekennzeichnet wurde, die ja Teil des Angebots war. Mein Gefühl war, dass es hier eine Unstimmigkeit zwischen Saalfrank und Tsounis gab, die man aber offenbar im Büro ausräumte.
Es ging los. Die Betäubung war dabei der für mich härteste Teil, die insgesamt 4,5h weniger. Kurz bevor ich dachte, wir wären durch, hat die Seniorassistentin den Dr. darauf hingewiesen ( glaube ich, denn es war auf Griechisch ), dass wohl die Anzahl der entnommenen Haare nicht ausreicht um die gewünschte Dichte zu erzielen. So wurde der Motor erneut angeworfen und „geerntet". Mein Kopf fühlte sich eh wie ein Betonklotz an, es war mir egal. Ich habe nur noch meine Musik gehört und war somit quasi nicht mehr anwesend. Geschafft.
Es gab noch ein kleines Checkout Gespräch, dass man vielleicht hätte auch vorher führen können und einige Medikamente. Ich habe mich sehr schweren Herzens dazu entschieden dem dringenden Rat von Dr Tsounis zu folgen und mich auf Finasterid einzulassen. Dies habe ich übrigens bis zum 7. Monat genommen, dann waren mir die Nebenwirkungen einfach zu heftig.
Nach überstandener OP bin ich dann ab ins Taxi, mit dem Kopf gleich gegen den Rahmen gestoßen (ohne Folgen) und bei mir angekommen. Es konnte ja nicht anders kommen, ich bin gleich den ersten Nachbarn in die Arme gelaufen, die sehr besorgt aussahen...
Überhaupt hatte ich mich im Vorfeld entschieden meine Kommunikation offensiv zu gestalten, um mir den Druck zu nehmen. So habe ich im Betrieb alle Mitarbeiter meines Umfeldes darüber informiert, was ich vorhabe. Das kann ich nur empfehlen, es ermöglichte mir nach 2 Wochen ohne Scham und Ängste meinen täglichen Job wieder auszuführen.
Da meine Liebste 7 Tage im Skiurlaub weilte, musste nur ich mit meinem Spiegelbild klarkommen. Ich hatte mich für 5 Tage mit Lebensmitteln eingedeckt und die Wohnung nicht verlassen. Ab dem 6.Tag durfte ich eine Kopfbedeckung tragen und wieder am Leben teilnehmen. Von da an waren es nur noch wenige Tage, bis ich die Krusten los war. Nach 3 Wochen habe ich meinen besten Kumpel, den Friseur, gebeten die Haarlängen des Entnahmeareals und dem nicht rasierten Bereich anzugleichen.
Es hat insgesamt knappe 3 Monate gedauert, bis die Baustellen rausgewachsen waren.
Zu den Ergebnissen ( Bilder anbei )
Monat 1: überstanden aber nicht schön
Monat 2. Zarter Flaum zu sehen aber offenbar nur für mich
Monat 3: es passiert was flächendeckend
Monat 4: ich kann mich wieder frisieren besser als vor der HT
Monat 5: ich bin schon sehr zufrieden und hoffe auf eine lange andauernde Wachstumsphase
Monat 6: sieht schon nach was aus
Monat 7 also heute : wird es weniger? Zumindest nicht mehr. Muss ich doch wieder Fin nehmen?
Fazit bislang: Mit den Geheimratsecken/Haarlinie bin ich super zufrieden. Die Haarlinie verdeckt auch den etwas lichteren Teil dahinter und das dauerhaft 😉 Dichtigkeit ist m.E. nicht so wahnsinnig gut, aber wie o.a., hatte ich noch nie sehr dichtes Haar. Daher hat es auch eine natürliche Außenwirkung. Die Tonsur ist, wie fast erwartet, zu stiefmütterlich weggekommen. Das ist sicher an der Behandlung zu bemängeln.
Ich hätte mir vor der HT nicht vorstellen können über eine 2. nachzudenken. Heute hätte ich keine Bedenken die Dichtigkeit nacharbeiten zu lassen. Mal schauen, vielleicht in 2020.
Ich hoffe, dass ich hier ein paar Ratsuchenden helfen konnte, denn das ist mein einziges Anliegen. Bitte respektiert das.
Danke