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Liebes Forum,

mein Name ist Andre, ich bin 33 Jahre alt und lese hier schon eine Weile still mit. Vielen Dank vorab für eure Zeit, ich würde mich sehr über eure Einschätzung zu meinem Fall freuen.

Alter: 33

Aktueller Haarstatus nach der Hamilton-Norwood-Skala:
Nach Sichtung der aktuellen Fotos würde ich mich grob bei Norwood III Vertex bis frühes Norwood IV einordnen (Geheimratsecken + diffuse Ausdünnung am Wirbel, noch keine klare Trennung zwischen Front und Tonsur). Falls ihr das anders seht, freue ich mich sehr über Korrekturen.

Geplantes Budget:
Wenn möglich unter 10.000 € (mir ist Qualität wichtiger als der letzte Euro, aber ich möchte realistisch planen).

Haarstatus in der Familie (Eltern/Großeltern):
Väterlicherseits deutlich (ca. Norwood 6–7), Mutter ohne Haarausfall.

Ausfallverlauf (schnell/langsam?):
eher langsam und schleichend über 7-8 Jahre (Front + Vertex).

HA gestoppt?:
aktuell nicht sicher, wirkt noch leicht progressiv.

Medikation (Therapieversuche/Erfolge/aktuelle Medikation):
bisher keine Medikation. Ich bin offen für eure Einschätzung, ob und womit man hier sinnvoll starten sollte (z. B. Finasterid/Minoxidil).

Stehen bereits bestimmte Haarchirurgen/Kliniken in der engeren Auswahl?
Ich habe im Forum besonders häufig positive Berichte zu Feriduni, Hattingen und Heitmann gesehen. Wenn ihr weitere vergleichbar gute und sichere Empfehlungen in Europa habt, wäre ich sehr dankbar.

Ggf. vorangegangene Haartransplantationen (Jahr? Haarchirurg?):
keine

Bevorzugte Behandlungsmethode (FUE/FUT?):
tendenziell FUE.

Sonstige Infos/Fragen:
Die Fotos (Front, Haarlinie/Schläfen, Tonsur und Donor) sind angehängt.
Ich würde mich sehr freuen über:

1. eine grobe Einschätzung, wie viele Grafts bei meinem Status sinnvoll/realistisch wären (Front + ggf. Vertex)

2. Empfehlungen zu sehr guten Ärzten in Europa und eine grobe Orientierung zu Kosten pro Graft

3. eine Einschätzung zur Türkei: Gibt es dort aus eurer Sicht einzelne, wirklich sichere Top-Optionen oder ist das Risiko (Massenbetrieb/Techniker) insgesamt zu hoch?

4. Zusätzlich wichtig für mich: Ich trage teils 10–15 cm lange Haare und würde deshalb gern wissen, wie gut die Non-shave-/Teilrasur-Methode im Spenderbereich in der Praxis funktioniert (also Entnahme ohne komplette Rasur, sodass man die Entnahmestellen mit längeren Haaren kaschieren kann). Welche Ärzte bieten das zuverlässig an und wie sind eure Erfahrungen mit Heilung, Optik und ggf. Limitierungen bei der Graft-Anzahl?

Vielen Dank euch im Voraus für eure Zeit und Einschätzungen! Dieses Forum ist wirklich eine riesiger Unterstützung!!

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Du scheinst schon ein ziemlich eindeutiger Norwood IV Fall zu sein. Kein Norwood III hat eine so große Tonsur. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall mit Finasterid oral anfangen, aber besprich das mit deinem Hautarzt. Aktuell ist es noch nicht zu spät dafür und der schleichende Haarverlust spricht dafür dass du zumindest noch kein Extremfall bist bei dem nur moderate Erfolgsaussichten bestünden.
Graftschätzung: Front ca. 3000, Vertex ca. 1500
Die Ärzte die du genannt hast sind alle top, kosten aber ca. 5 - 6 Euro pro Graft. Das wären also 18.000 € allein für die Front und 9000 € für den Vertex. Es gibt in Deutschland z. B. Dr. Ayoub der auch top ist und nur gut die Hälfte berechnet. In der Türkei gibt es einige halbwegs ordentliche und auch ein paar gute Ärzte. Man muss da grundsätzlich zwischen Kliniken unterscheiden die viele Patienten operieren und dabei massiv auf teils unterqualifizierte Techniker zurückgreifen, und solche Ärzte die den Großteil der Operation selbst durchführen idealerweise einschließlich der Entnahme.
Wenn ich dich richtig verstanden habe möchtest du den Spenderbereich nicht komplett rasieren. Das ist etwas ungewöhnlich weil Teilrasur in der Regel dafür gedacht ist, den Empfänger nicht komplett rasieren zu müssen. In dem Fall stünden die zum einen die Streifenentnahme (FUT) zur Verfügung. Zum anderen habe ich das bisher des Öfteren von Kliniken in Indien gesehen, dass der Haarkranz stehen gelassen wurde (auch bei FUE): Link: https://1.bp.blogspot.com/-P9NXMbuxa0k/VQv228MmmlI/AAAAAAAAA7s/jWzg1NXN-pw/s1600/IMG_3980.JPG. Das ist bei einer großen FUE nicht unbedingt ideal, weil man aus dem Spenderbereich nämlich möglichst großflächig und gleichmäßig entnehmen sollte. Wenn du 3000 oder mehr Grafts verpflanzt würde ich dir von so einem Vorgehen abraten und eine Komplett-Rasur bevorzugen.
Vielen Dank Smile Mit der Einordnung als Norwood IV hast du vermutlich recht gerade mit Blick auf die Tonsur. Den Hinweis zu Finasterid nehme ich auf jeden Fall auf; bestenfalls als topische Lösung.

Bzgl. Non-shave/Teilrasur:
Ich hatte mich da missverständlich ausgedrückt. Im Spenderbereich habe ich kein Problem mit einer Rasur; die Haare sind dort aktuell ohnehin nur ca. 1 cm lang.
Mir geht es vielmehr um den Empfängerbereich: Dort würde ich die bestehenden, längeren Haare (ca. 10–15 cm) möglichst nicht komplett kürzen wollen, sodass diese die transplantierten Bereiche in der Anfangsphase etwas kaschieren können.
--> Ist dieses Vorgehen grundsätzlich möglich?
--> Kann es im Empfängerbereich durch die Implantation zu einem vorübergehenden Ausfall der bestehenden, nicht transplantierten Haare kommen (Shock Loss/temporäres Effluvium), und wie häufig bzw. reversibel ist das erfahrungsgemäß?
--> Und bieten das die meisten erfahrenen Ärzte an oder nur ausgewählte?

Danke auch für den Hinweis zu Dr. Ayoub.

Hättest du darüber hinaus ggf. konkrete Namen in der Türkei, die du in meinem Fall (größere Graft-Zahl, möglichst ärztlich geführter Eingriff) als seriös und empfehlenswert einschätzen würdest?

Nochmals vielen Dank für deine Zeit und die sehr hilfreichen Hinweise.
Eine Teilrasur sodass nur der direkte Empfängerbereich rasiert wird ist grundsätzlich möglich, allerdings ist dein Haarausfall schon zu weit fortgeschritten als dass das noch Sinn ergeben würde oder dir auch nur einen entfernten ästhetischen Vorteil bringen würde. Das macht man normalerweise bei NW II max. III. Eine solche Rasur bieten viele Ärzte an und sollte in der Regel, im Gegensatz zu no-shave (also auch unrasierter Empfängerbereich) keinen großen Aufschlag kosten. Man müsste hier einfach klar kommunizieren, wobei es wie gesagt aus meiner Sicht in deinem Fall kaum bis gar keinen Sinn macht. Letzten Endes erschwerst du dem Arzt damit nur seine Arbeit was ja auch nicht in deinem Interesse ist.

Natürlich kommt es auch im Empfängerbereich zu Shock Loss (eigentlich immer an den Stellen an denen behandelt wurde), der aber in der Regel reversibel ist solange sauber, vorsichtig und mit optischer Vergrößerung transplantiert wurde (Finasterid erhöht die Chancen dass es reversibel ist, bei miniaturisierten Haaren kann es sein dass sie sich auf ewig verabschieden).

Gute Ärzte in der Türkei denen ich deinen Fall zutrauen würde wären z. B. Dr. Bicer, Dr. Bek, Dr. Pekiner.
Du hast relativ feines und dünnes Haar. Im ersten Schritt solltest du einen von dir genannten Ärzte kontaktieren um deinen Spenderbereich genau begutachten zu lassen. Du kannst Bisanga noch aufnehmen, er ist auch in Belgien.

Nimm auf jeden Fall Abstand zu Massenkliniken. Da besteht die Gefahr dass sich dein Status noch verschlimmert und eine Repair-OP nötig wird. Und bei der Größe deiner Baustelle sollte auch von Anfang an maximal sparsam mit den Grafts umgegangen werden-
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