als ehemals unregistrierte Mitleserin und eine Woche nach meiner Haartransplantation in Hattingen verlasse ich nun die schützende Anonymität und berichte Euch von meiner OP am 05.12.08 und von den Hintergründen. Ich habe ein paar Tage mit mir gerungen, ob ich meine Erfahrungen hier "öffentlich" zur Schau stellen soll. Und ich habe mich letztlich dafür entschieden, weil das Thema Haartransplantation unter Frauen leider nach wie vor stark tabuisiert wird und ich mir selbst gewünscht hätte, mich hier preoperativ mehr an weiblichen Erfahrungsberichten orientieren zu können. Insgesamt haben die vielen Informationen, die ich diesem Forum entnehmen konnte, nicht unerheblich dazu beigetragen, dass ich mich im Laufe dieses Jahres für meine - mittlerweile zweite - Haartransplantation entschieden habe.
Jetzt zu mir. Ich bin 40 Jahre alt und bin nicht von einem alters- oder krankheitsbedingten Haarausfall betroffen, sondern habe bereits von Geburt an sehr dünnes und wenig Haar. Zudem verdanke ich meinen väterlichen Genen eine sehr hohe und dominante Stirn mit Geheimratsecken und leide unter diesem "Makel", seit ich denken kann. Über meinen Beruf (ich bin Journalistin) wurde ich vor ca. 15 Jahren erstmals auf das Thema Haartransplantation aufmerksam, habe dann 1995 eine Reportage über eine Haartransplantation gemacht, die im Münchner Regionalfernsehen ausgestrahlt wurde und habe mich dann schließlich nach langem für und wider 1996 bei Meditra in München als einer der ersten weiblichen Patienten selbst einer Haartransplantation unterzogen. Konkret habe ich mir anhand von ca. 400 Mini- und Microcrafts (damals der Stand der Dinge!) die Geheimratsecken auffüllen und die vordere Haarlinie um ein paar Millimeter vorziehen lassen. Die Operation, insbesondere das "Ausstanzen" der Empfängerlöcher unter minimaler örtlicher Betäubung, habe ich damals als enorm schmerzhaft empfunden. Aber es wurde sauber und präzise gearbeitet und obwohl das Ergebnis natürlich bei weitem noch keine befriedigende Dichte aufweist, haben diese Operation und die paar wenigen Haare in meinen Geheimratsecken für mich bereits eine enorme Verbesserung der optischen Gesamtsituation und ein großes Plus an Lebensqualität gebracht. Und die Gewissheit, dass ich mich irgendwann nochmal "unters Messer legen" und meinen Haaransatz verdichten lassen werde.
Im darauffolgenden Jahrzehnt habe ich mir meine berufliche Selbständigkeit aufgebaut und hatte weder die finanziellen Möglichkeiten noch ausreichend Zeit, um mich erneut operieren zu lassen. Aber ich habe das Thema "Haartransplantationen" natürlich dauerhaft weiterverfolgt und mich schließlich im Sommer dieses Jahres entschlossen, es noch einmal zu wagen. Ich trage meine Haare kinnlang, somit empfinde ich eine zweite, von Haaren verdeckte Narbe nicht als wirklich störend und mit dem unvermeidlichen Ausdünnen der Haare am Hinterkopf kann ich zähneknirschend auch leben. Eine Kahl- oder Teilrasur wiederum käme für mich logischerweise nicht in Frage, deshalb habe ich mich schließlich gegen FUE und für die traditionelle Streifenmethode und in einem nächsten Schritt für Hattingen Hair entschieden.
Nach einem ersten Telefonat mit Sever Muresanu war ich im Oktober zum persönlichen Gespräch in Hattingen und habe es gleich als sehr positiv empfunden, dass der gesamte "Kopf" des Teams, also neben Sever auch Laura Muresanu und Prof. Voy persönlich anwesend waren und wir alle gemeinsam über meine Haarsituation und die mögliche Operation sprechen konnten. Wir waren uns einig, dass einerseits das bereits transplantierte Areal verdichtet werden und zudem die Haarlinie etwas nach vorne gezogen werden und etwas "aggressiver" (ich glaube, so wird das hier genannt) werden sollte und hierfür ca. 1300 Transplantate auf einer Fläche von ca. 18 cm² eingesetzt werden müssten. Bereits während dieses Gespräches war mir klar, dass dieses Team mein Vertrauen verdient hat und ich mich hier operieren lassen würde. Eine ziemlich bauchgesteuerte Entscheidung, aber auf meinen Bauch ist Verlass, der ist meinem Kopf in Sachen Menschenkenntnis um Längen voraus
Meine OP: Dank eines verdammt anstrengenden Anreisetages konnte ich trotz der Aufregung in der Nacht vor der Operation halbwegs gut schlafen, wurde dann am OP-Tag morgens in der Altstadtklinik von Sever Muresanu und Prof. Voy empfangen und in einem kurzen Gespräch über den Operationsablauf informiert. Danach gings in die Umkleide, raus aus der Jeans und rein in die schicke
Am späten Nachmittag war es dann vollbracht und ich durfte mit ca. 1500 Transplantaten (etwas mehr als zunächst geplant) einigermaßen erschöpft, mit Lauras Telefonnummer (für den Notfall) und einer Ladung Schmerztabletten im Gepäck die Klinik verlassen. Die Nacht nach der Operation habe ich ohne Tabletten annähernd schmerzfrei durchgeschlafen, danach gings nochmal in die Altstadtklinik zum Haarewaschen und fotografieren und dann konnte ich die Heimreise nach München antreten.
Mittlerweile habe ich eine postoperative Woche hinter mir und alles läuft exakt nach Plan: Ich halte mich sehr konsequent an die Anweisungen der Hattinger (schon klasse, wenn man sich, da ärztlich verordnet, zweimal am Tag die Zeit für ein Vollbad nehmen MUSS, da entspannt die Seele gleich so richtig mit), die Narbe am Hinterkopf ist bestens verheilt, sieht sehr "zierlich" aus und ich kann es kaum erwarten, bis ich die Klammern entfernen lassen kann (die Klammern sind vor allem nach Abklingen der Schwellung ziemlich unangenehm und pieksen, insgesamt für mich die einzig wirklich unangenehme Begleiterscheinung der OP), mit dem Haarewaschen komme ich dank Severs anschaulicher Demonstration
Mein Fazit: Ich habe in Hattingen, soweit ich es beurteilen kann, fachliche Kompetenz auf höchstem Niveau erlebt. Zudem legt das Team sehr großen Wert auf einen persönlichen Umgang mit dem Patienten und eine optimale menschliche Betreuung, was für mich in diesem Ausmaß in Deutschland seines Gleichen sucht. Mein Dank gilt Laura Muresanu, die augenscheinlich auf meinem Kopf ein tolles Werk vollbracht hat, Sever Muresanu, der mich von der Erstbesprechung bis zur Haarwäsche nach der Operation in jeder Hinsicht bestens betreut und mit allen wichtigen Informationen versorgt hat und dem gesamten Hattinger Team. Und natürlich Herrn Prof. Voy, dem ich neben einer bereits nach einer Woche bestens verheilten Narbe die Erkenntnis verdanke, sogar mit postoperativen Schwellungen und einer vom strengen Verband völlig "zerquetschten" Stirn durchaus noch ansehnlich zu sein.
Um eventuellen Mutmaßungen gleich vorzubeugen sei hier noch erwähnt, dass ich in keinerlei familiärem, freundschaftlichen oder sonstigem beruflichen oder privaten Verhältnis mit dem Hattinger Team stehe, und ich bekomme für meinen vielleicht wie eine Lobhudelei anmutenden Bericht kein einziges Transplantat umsonst. Ich möchte mit diesem Bericht lediglich meinen Dank für eine gelungene Operation zum Ausdruck bringen und anderen, in meinem Fall insbesondere weiblichen Forumsmitgliedern anhand meiner positiven Erfahrungen Mut machen und sie in ihrem Vorhaben bestärken, sich ggf. auch einer Haartransplantation zu unterziehen.
Es grüßt Euch
Zebra
[Aktualisiert am: Fr., 20 Februar 2009 14:11]
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