Fazit nach 7,5 Monaten:
Hallo, eigentlich wollte ich nicht mehr posten, aber nachdem die Euphorie über das Ergebnis etwas verflogen ist und die Realität eingesetzt hat, möchte ich hier ein Fazit über meine Behandlung abgeben!
Aktueller Stand:
Es hat sich seit dem letzten Update wie erwartet nichts getan. Neuwuchs habe ich ja seit langem keinen mehr. Die Struktur der Haare ist aber immer besser und unterscheidet sich größtenteils nicht mehr vom Resthaar.
Kommen wir nun zu den positiven und negativen Punkten meiner Haartransplantation bei Elithairtransplant. Das ist natürlich meine persönliche, subjektive Wahrnehmung, die keinesfalls eine Verallgemeinerung darstellen soll. Aber basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und den vielen Videos und Fotos, die ich in diversen Foren gesehen habe, will ich meine ehrliche Einschätzung wiedergeben.
Fangen wir mit den positiven Dingen an!
++ Neuwachstum
Wie erwartet fielen nach 3 Wochen die meisten Haare aus und nach 1 Monat waren 80 bis 90 % weg. In meinem Fall fingen die ersten Haare aber schon nach 1 Monat an nachzuwachsen und es wurden langsam immer mehr. Es heißt zwar immer, erst nach 10 bis 12 Wochen fängt es an, aber in meinem Fall war es nicht so. Vielleicht lags an der PRP Behandlung, vielleicht an der guten Pflege meinerseits, vielleicht an den vielen Saunagängen (ab Woche 6, davor nicht)? Ich weiß es nicht! Vielleicht hatte ich nur einfach Glück! Wie auch immer. Nach 4 Monaten waren alle Haare da!
++ Anwuchsrate
Ich finde die Anwuchsrate sehr gut. Es dürften 95 % oder mehr angewachsen sein!
++ Dichte
Die Dichte ist sehr gut. Auf der einen Seite ist sie optimal und gleicht dem Resthaar. Die andere Seite ist sie auch richtig gut. Den Unterschied sehe nur ich im Spiegel, wenn ich ganz genau schaue. Ich hatte schon direkt nach der Op das Gefühl, dass die eine Seite eine Spur besser ist. Ich wurde von 2 Assistentinnen behandelt, die je eine Seite bearbeitet haben. Vielleicht daher der kleine Unterschied?!
++ Natürlichkeit
Das Ergebnis finde ich sehr natürlich. Diejenigen, denen ich es erzählt habe, sagen, man würde nie drauf kommen. Anderen, die es nicht wissen, fällt es nicht auf! Selbst mein älterer Bruder merkt es nicht, obwohl er sich davor öfter mal über meine Geheimratsecken lustig gemacht hat! Ich sah ihn kurz vor der OP und erst 3,5 Monate nach der Op wieder, weil ich damals weiter weg gewohnt habe. Mittlerweile sehe ich ihn wöchentlich und es fällt ihn nicht auf.
Kommen wir nun zu den negativen Punkten:
--- Donor
Ich habe mittlerweile sehr viele Donor von Patienten verschiedener Ärzte gesehen und muss ehrlich sagen, dass mein eigener Donor und der anderer Patienenten von Elithairtransplant sehr mitgenommen nach der OP und den Wochen danach aussah. Deutlich schlimmer als von Patienten anderer Ärzte, die auch mit Mikromotor arbeiten und auch recht günstig sind (Demirsoy z.B.). Ich habe mir vor 4 Wochen die Haare im Donor auf 1 cm schneiden lassen. Man sah zwar nichts, aber man konnte erahnen, dass es bei 3 bis 6 mm sicher nicht gut aussieht. Dazu habe ich einige Videos anderer Patienten von Elithairtransplant gesehen, die ihre Haare hinten sehr kurz haben. Da fällt es deutlich auf und es gefällt mir nicht. Ich denke, dass viele Patienten davon betroffen sind. Woher diese Unterschiede in der Entnahme kommen, würde ich gerne wissen! Andere Ärzte hinterlassen ja auch deutlich weniger Spuren mit dem Mikromotor und die Heilung geht wesentlich schneller. Bei mir dauerte es fast 1 Monat bis die Spannung am Hinterkopf nachließ. Die ersten 4, 5 Tage konnte ich nicht mal meinen Kopf richtig zur Seite bewegen. Im Gegensatz dazu hatte ich im Empfangsbereich von Anfang an keine Beschwerden.
- Wuchsrichtung
Zur Wuchsrichtung der Haare möchte ich folgendes sagen. Ich denke, dass die generelle Richtung der Haare zwar passt, die Setzwinkel aber teilweise zu steil sind. Das hat den Effekt, dass die Haare von alleine etwas mehr nach oben stehen, als sie sollten! Wenn man die Haare nach oben stylt zwar kein Problem und eher hilfreich, aber zu 100 % natürlich ist das nicht.
- Haarlinie
Ich habe dem Arzt mitgeteilt, dass ich keine gerade Haarlinie haben möchte. Er hat eine Linie eingezeichnet und ich habe diese abgesegnet. Im Nachhinein bin ich leider nicht zu 100 % glücklich, weil ich in den beiden äußeren Ecke eine zu starke Rundung nach unten habe. Ich hatte das Gefühl, dass die eingezeichnete Linie vor der OP etwas anders aussah, aus Mangel an Fotos weiß ich es aber nicht. Das muss ich wahrscheinlich auf meine eigene Kappe nehmen. Trotzdem möchte ich kritisch anmerken, dass ich durch die vielen Erfahrungsberichte hier festgestellt habe, dass andere Ärzte sehr lange und sehr ausführlich den Patienten bei der Wahl der Haarlinie beraten und daher ist auch Kritik an Dr. Balwi angebracht. Jeder erwachsene, mündige Mensch sollte zwar entscheiden können, aber ein Arzt hat imo auch die Pflicht über etwaige Probleme aufzuklären und nicht nur "schnell, schnell" zu machen.
- Ablauf vor Ort
Das ganze Ablauf vor Ort ist auf Massenabfertigung ausgerichtet. Es ist zwar alles gut durchorganisiert, sonst würde es kaum funktionieren, aber es gibt Punkte, die mich wirklich störten. Die Op-Zeit (8 Uhr in der Früh in meinem Fall) wurde mir erst um 23 Uhr 45 am Tag davor mitgeteilt. Am Tag nach der OP wurde die Verbandentnahme und die erste Haarwäsche von einer Person durchgeführt, die gleichzeitig Chauffeur ist. Ein absolutes No-Go. Der Arzt hat auch nur ganz kurz meinen Kopf begutachtet, und das auch nur auf Nachfrage. Das Interesse war verflogen.
Immerhin, am Op-Tag lief alles problemlos ab, da kann ich nichts Negatives sagen. Das Essen war auch sehr gut. Dazu war die OP in einer Topklinik und das Hotel war auch Spitze.
Da gleichzeitig mehrere OPs durchgeführt werden, ist es natürlich auch in gewisser Weise Glücksspiel, welches Team einem zugewiesen wird. Dadurch könnten durchaus unterschiedliche Ergebnisse zustande kommen bzw. werden Ergebnisse schwer vergleichbar.
Das war mein ehrliches Fazit. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mir die Haartransplantation, besser gesagt das Ergebnis, trotz aller Kritik sehr viel Positives gebracht hat und durch diese positiven Auswirkungen gibt es nichts zu bereuen. Ich würde jedem raten sich ganz genau zu informieren und dann nach besten Wissen und Gewissen die Klinik auswählen.
[Aktualisiert am: Fr., 28 Juli 2017 16:07]