Hi AJKV,
ich halte solche Quervergleiche für schwierig bis ungerecht. Erstens, weil ich beide Kliniken erstklassig finde. Und zweitens, weil ihre Philosophie eine ganz andere ist. Trotzdem ein paar Anmerkungen.
1.) Pre-OP-Konsultation: Sowohl das Hattinger Team als auch Rahals Team hört sich detailliert Deine Wünsche an, geht detailliert ein Worst-Case-Szenario mit Dir durch und sorgt dafür, dass Du nicht sinnlos Grafts verballerst. Ich denke, ich bin schon ein absoluter Grenzfall. 4050 Grafts für die Zonen 1 und 2 sind eine Menge Holz. Allerdings habe ich aufgrund meiner Laxity auch noch rund 5000 Spendergrafts übrig. Und das Worst-Case-Szenario in meiner Familie ist ein NW3V. Ich hoffe also, dass ich nicht aus der Reihe tanze.
2.) Die Hattinger machen eine OP am Tag, Rahal macht bis zu zwei. Es sind schon deshalb deutlich mehr Techniker im Einsatz. Ich konnte die am Ende gar nicht mehr alle zählen. Das war unglaublich. An Deinem Kopf sitzen immer drei Damen. Eine legt Dir die sortierten Grafts auf die Stirn, die anderen beiden pflanzen links und rechts ein. Beide Kliniken setzen modernste Mikroskoptechnik beim Zerschneiden des Strips, beim Trimmen der Grafts und (!) beim Einsetzen ein. Ich war der einzige Patient an meinem OP-Tag. Ich schätze, es waren locker 8-9 Assistentinnen.
3.) Über den angesetzten Winkel kann ich nichts sagen. Darüber habe ich weder mit den Hattingern noch mit Rahal gesprochen. Allerdings habe ich bei seinen Patienten keine Punkte gesehen, aus denen die Grafts herauskommen. Das sieht alles sehr natürlich aus. Ich sehe auch bei mir keine Krater. Kannst Du ja auf den Makrofotos auch gut erkennen.
4.) Zu den Nadeln: Rahal macht alle Incisions selbst und fängt in der Haarlinie an. Er benutzt die Nadeln wie Messer, wendet die Lateral Slit-Technik an und betont, der Vorteil sei es, dass die Nadeln unter der Haut einen etwas größeren Hohlraum schaffen, der dem Graft mehr Platz zugesteht. Ich gehe davon aus, dass Nadeln eine größere Wundfläche und intensivere Rötungen verursachen. Erst Recht in Verbindung mit Ultra Dense Packing. Wenn ich Fotos von Shapiro, Hasson and Wong, Hattingenhair etc. mit solchen von Rahal vergleiche, dann verschwindet die Rötung bei Rahals Patienten sicher etwas langsamer.
5.) Was die Bearbeitung der Grafts angeht: Ich habe noch nie so fein getrimmte Grafts gesehen. Das ist aber wahrscheinlich auch "Geschmackssache".
6.) Ich habe haufenweise Patienten im Wartezimmer gesehen, weil Rahal seine Patienten - so lange sie in der Stadt sind - jeden Tag (!) einmal in die Praxis bestellt. Es waren auch Langzeit-Patienten dabei. Mit unglaublichen Ergebnissen und so gut wie unsichtbaren Narben. Bei seinem Patientenberater, Adrian, kannst Du nach der Narbe lange suchen. Der Bereich Aftercare ist hier absolute weltklasse.
Fazit: Ich würde mich in Deutschland ausschließlich von Hattingenhair behandeln lassen. In Übersee gibt es sicher mehrere Optionen. Meine Entscheidung für Rahal war (Stand jetzt) die richtige. Natürlich kann ich erst abschließend urteilen, wenn das Ergebnis da ist. Aber ich fühle mich in sehr, sehr guten Händen. Ich habe hier einfach nicht das Gefühl, irgendeine Nummer zu sein, sondern ein Patient, um den man sich kümmert. Für morgen hat Rahal den User Azza und mich zu einem Eishockey-Spiel zwischen Ottawa und New York eingelasen. Wir haben ihn sicher nicht dazu gezwungen - nette Geste. Mehr Haare bringt sie mir natürlich nicht.
[Aktualisiert am: Di., 11 November 2008 16:46]
Drohungen von Anwälten zwecklos. Es ist nichts mehr zu holen. Ich surfe hier nur noch über Proxyserver oder Internetcafés. Leider Pech gehabt.