Hallo finster86,
es gibt sicherlich extremen, Männer die einen NW 7 Status erreichen können (auch die können unter Umstände Kandidaten für eine HT sein). Ich sehe wegen meier Tätigkeit natürlich viele Männer die von HA betroffen sind, und ich gucke auch auf der Strasse nach verschiedene Haarverlust Muster...allerdings sind die jenige mit einen stark ausgedünnten Spenderbereich SEHR selten. Der Dr. Unger hat einmal eine Statistik (die sich auf mindestens 30 Jahre HT Praxis basiert) erstellt. Ich habe die genaue Zahlen nicht im Kopf, es sind aber statistisch gesehen extrem wenige die einen NW 7 erreichen werden oder einen stark ausgedünnten Donor bekommen.
Wenn du in Richtung NW5 gehst wirds du mit 2000 Grafts nicht wirklich glücklich sein. Es ist eine ziemlich einfache mathematische Rechnerei. Und kurze Haare nach einer HT sind für das Ergebniss auch nicht wirklich empfehlenswert, da die Haare eine gewisse Länge brauchen um die Kopfhaut vernünftig abzudecken und damit ein dichtes Look zu schaffen.
Fakt ist das die Menge und Dichte bei einer HT ausschlaggebened für das Ergebniss sind.
Ich zumindest bin der Meinung dass wenn keine vernünftige Menge an Haare umverteilt wird sollte man mit einer HT garnicht anfangen. Bei einer NW4-5 Situation würde bei uns die Op ohne mindestens 3000 FU's garnicht losgehen.
Man muss überlegen das die Spenderzone begrentzt ist. Die Frage ist wie man am besten zu der maximale Anzahl an transplantierbare Haare kommt. Eine Kombination von beide Entnahmemethoden bringt die grösste Beute. Nur mit FUE oder nur mit FUT kann man nie die Anzahl bekommen was man durch ein Kombo bekommen könnte. Die Reihenfolge ist aber wichtig.
Wenn man mit FUE anfängt verteilt man die Vernarbung auf eine grosse Fläche. Wenn man mit eine FUT weiter arbeiten will muss man viele von diesen FUE Narben mitnehmen, was natürlich zu eine geringere Anzahl an Haare führt.
Gehen wir davon aus dass die meisten Männer um die 7000 transplantierbare FU's zur Verfügung haben. Es gibt natürlich Ausnahmen und Unterschiede aber nehmen wir die durchschnittlieche Situation als Modell:
Strategie 1: Reine FUE : erste Sitzung mit 2000
zweite Sitzung 2000
dritte Sitzung eventuell 1000
es wird nach der Menge an Entnahmen zu eine ziemlich starke Ausdünnung und Vernarbung der Spenderzone kommen... ob man seine Haare nachher sehr kurz tragen kann ist fragwürdig.
Strategie 2: Reine FUT= erste Sitzung: Max FUT mit 3500-4000
zweite Sitzung: FUT mit 2200-2500 man kann natürlich nicht mehr so viele entnehmen da die Elastizität nicht mehr so gut ist wie bei der ersten Sitzung und die liniäre Narbe mitgenommen werden muss.
Bei vielen ist eine dritte FUT Sitzung machbar, allerdings sind nur um die 1500 Grafts realistisch zu erwarten
Strategie 3: Max Strip mit 3500-4000
FUT mit 2200-2500
FUE 2000-2500
Ein Paar FUE Grafts könnte man auch in der FUT Narbe einpflanzen um die wirklich Top zu kriegen.
Strategie 4: FUE mit 2000 Grafts
FUT...wieder nur um die 2200-2500 weil die FUE Narben von der Dichte sowie von der Elastizität weggenommen haben (die Vernarbung geht auch in der Tiefe)
Von Kosten, Präzision, Dichten, Anwuchsraten etc. reden wir garnicht.
Die grundsätzliche Frage ist letztendlich ob man eine Haarwiederherstellung ernsthaft haben will oder nicht. Wenn ja dann sollte man an der Sache richtig gehen, nicht unbedingt mit Probe Spielen "zu schauen wie es wird". Eine Glatze muss heutzutage fast keiner akzeptieren. Eine realistische langfristige Planung ist das A und O, und dafür ist eine persönliche Beratung unersetzbar.
Gruss