Da ich seit zirka zwei Monaten - erstmals seit Jahren - morgens wieder einige Haare beim Waschen und Stylen in den Händen halte (zwischen 10 und 30 pro Tag, manchmal mehr, manchmal weniger), habe ich mich nach längerer Zeit wieder einmal mit o.g. Medikament beschäftigt.
Letzte Woche war ich bei meinem Hautarzt, den ich als recht kompetent auch Haarausfall betreffend einschätze, und habe ihn danach befragt. Er berichtete mir, dass er täglich Finasterid verschreibe und in den vergangenen Jahren praktisch keinen einzigen Fall von Nebenwirkungen erlebt habe. Ich machte ihn auf die Internetberichte aufmerksam, die eher gegenteilig klingen. Er argumentierte, dass das Meinungsbild in solchen Foren immer deutlich verzerrt sei, da sich vor allem jene zu Wort melden, die unter Nebenwirkungen leiden. So weit, so bekannt.
Der Haken an der Sache, aus meiner Sicht: Hier im HT-Bereich des Forums schreiben die Leute nicht, um über Finasterid zu klagen, sondern in erster Linie, um über ihre (geplante oder durchgeführte) HT zu berichten. Trotzdem finden sich in der Mehrheit der Berichte - mindestens in 50 Prozent - immer wieder nebenbei Hinweise auf schlechte Erfahrungen mit Fin. Beunruhigend. Noch will ich sowieso abwarten, wie sich der Ausfall im nächsten halben Jahr entwickelt (bin seit meiner HT NW 0). Sollte er jedoch schlimmer werden, kommt das Thema Medikamente natürlich auf die Agenda.
Mich interessiert eure Meinung: Wie hoch ist der Anteil der unter NW leidenden Fin-Patienten wirklich? 2-3 Prozent halte ich für nicht realistisch.
Propecia wurde immerhin als Medicament gegen AGA in Europa zugelssen, eben wegen dieser groß angelegten Studie die nur bei sehr wenigen Leuten Nebenwikungen gezeigt hat. Auch ist Propecia jetzt schon seit über 10 Jahren zugelassen und es gibt auch keinen großen Aufschrei von Geschädigten oder sonst was, von daher muss das schon stimmen.
Wenn Propecia wirklich so gefährlich wäre wäre es in Europa 1 nie zugelassen worden oder 2 hätte schon lange wieder vom Markt genommen werden müssen. Ich denke viele hier haben auch einfach eine Art von phantom Symptomen weil sie Angst vor dem Medicament haben, weil es eben teilweise diese horror Berichte darüber gibt, viele schrieben eben dann auch gleich schon beim kleinsten Verdacht auf Potenzstörungen oder ähnlichem alles auf Nebenwirkungen von Propecia. Nur muss das eben nicht zutreffen, oft gibt es diese angeblichen Potenzstörungen nicht mal wirklich und man steigert sich nur in was hinein oder es gibt sie und sie haben aber ganz andere Ursachen.
Um verlässlich Nebenwirkungen von einem Medicament testen zu können muss man an Leuten testen die keine Vorkenntnisse, Vorannahmen oder Vorurteile darüber haben, wenn dieser Fall nicht gegeben ist reden sich leute eben auch ganz schnell bei Medikamenten irgendwelche Symptome ein. Bei Medicamenten muss man ganz stark auf Placeboeffekte und andere eingebildete Effekte aufpassen, weil diese eben immer wieder Aufterten wenn Leute irgendwelche Vorurteile haben.
Deshalb denke ich, dass dein Arzt recht hat was Propecia und seine Meinung diesebezüglich über solche Foren angeht, das Bild ist hier wirklich verzerrt und auf keinen Fall repräsentativ.
Man kann was Propecia angeht nur selber das ganze mal austesten und dabei muss man aber von Beginn an auch probieren ohne Vorurteile an die Sache heran zu gehen um nicht selber in Gefahr zu kommen sich Symthome einzubilden und wenn man das ganze dann ca ein halbes Jahr getestet hat und man wirklich sieht wie man selber darauf reagiert kann man immer noch damit aufhören wenn doch Nebenwirkungen aufgekommen sind. Die Nebenwirkungen von Fin sind ja auch alle wieder rückgängig zu machen.
[Aktualisiert am: Do., 13 Dezember 2012 22:32]





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