Hallo ihr Lieben Mitgeplagten, habe jetzt mal wieder eine Weile mitgelesen und will heute mal meine Gedanken mitteilen. Ich habe ja den ganzen Sommer lang den Knobi angewendet, doch leider kam ich auf die Dauer auch nicht mit dem Geruch klar. Beim sport hatte ich dann nicht nur den Gedanken im Kopf, dass meine Frisur "verrutscht" und man die kahlen Stellen sieht, sondern hinzu kam die Sorge, dass alle die Nase rümpfen, wenn sie mit mir zusammen Übungen machen müssen. Ich mache Kung Fu und da ist man sich manchmal recht nah... So war ich also total unentspannt nicht nur beim Sport, auch morgens im Büro nach einer abendlichen Behandlung. Hätte der Knobi super gewirkt, wär es nicht so schlimm gewesen, aber es wurde leider nicht besser damit, trotz Anwendung alle zwei Tage (Mullbindenversion). Dennoch bin ich überzeugt davon, dass der Knoblauch und jegliche andere Art von Reizung irgendwie etwas bewirkt und ein Strohhalm ist er allemal. In diesem Jahr hat mich die AA viel mehr Kraft und Nerven gekostet, als in den vergangenen 3 Jahren - warum, weiß ich nicht so recht. Vielleicht, weil der Schub diesmal so verheerend war und ich bis dahin immer gehofft hatte, dass sich die Krankheit verzieht. Es ist einfach schwer, damit klarzukommen, dass man chronisch krank ist und nicht viel dagegen tun kann. Geduldig sein, wie Badsalz, hilft da sicher, aber das ist auch schwer. Den inneren Frieden finden, wäre auch eine Maßnahme, die sicher gegen die AA helfen würde - aber ganz ehrlich - wenn auch Tiere und Kinder die Krankheit haben, ist es dann nicht sehr fragwürdig, immer alles auf den Seelenzustand zu schieben und sich damit noch mehr zu belasten, weil man es ja scheinbar nicht hinkriegt, gelassen und ungestresst zu sein? Am besten wäre es, wenn in unserer Gesellschaft mehr Akzeptanz für´s anderssein bestünde und es kein Stigma wäre, wenn ein Mensch mit "Löchern" im Haar herumläuft. Aber das ist wohl Utopie.
Ich frage mich immer wieder, warum sich die Forschung nicht damit beschäftigt, mal systematisch die Knoblauchanwendung (oder Ingwer, oder Cayennepfeffer etc.) zu überprüfen und Studien darüber zu initiieren. Ich arbeite selbst in der (psychiatrischen) Forschung und wundere mich, dass die Dermatologen, da scheinbar nicht sehr viel Interesse haben. Muss wohl daran liegen, dass man damit nicht soviel Kohle machen kann, wie mit irgendwelchen Pharmamitteln...
Wie auch immer, die AA ist eine Plage - aber wenn es mir mal wieder so richtig mistig damit geht, dann lese ich hier ein bisschen im Forum und fühle mich wenigstens mal verstanden und nicht so allein.
So, das war´s jetzt erstmal wieder von mir. Ich hoffe auf ein paar Wochen Ruhe im Winter - so wie es die letzten Jahre auch war und freue mich auf die kalte Zeit, wenn Mützen zum Alltag gehören. Lasst es euch gut gehen - ich trainiere mal weiter, die Akzeptanz der Krankheit und versuche mich aus der Reduktion meiner Person auf die Haare zu befreien - das Leben ist einfach zu schade, um es nur unglücklich vorm Spiegel zu verbringen.
Es grüßt euch alle herzlich
Henryette
[Aktualisiert am: Di., 01 November 2011 18:50]