Gerichtsverfahren Post-Finasterid-Syndrom

Medienberichten zufolge gibt es Klagen auf Schmerzensgeld für das sogenannte Post-Finasterid-Syndrom, so aktuell Spiegel Online

Das Post Finasterid Syndrom soll eine Erscheinung sein, bei der auch nach kurzfristiger Einnahme von Finasterid langfristige Schäden in Bezug auf

  • Sexualität,
  • Physische Störungen
  • psychische Störungen

entstehen.

Dabei ist es wichtig, dass einige Patienten Suizidvorstellungen und Depressionen entwickeln, die auch nach dem absetzen der Einnahme von Finasterid anhalten sollen.
Basierend auf Einzelfallberichten ist hier eine weltweite Berichterstattung entstanden, die auch die Gesundheitsbehörden zu Aktionen veranlasst hat.
zb in Deutschland BfArM  und Neuseeland 

In den USA ist eine sehr aktive Gruppe entstanden, die sich um dieses Problem kümmert, die sogenannte PFS Foundation
Nach deren Angaben gibt es (Stand 22. Mai 2019) 59 bekannte Selbstmorde weltweit, sowie 33 Versuche und 295 geplante Selbstmordversuche

Wissenschaftler sehen diese Einzelfallberichte kritisch, weil sie in der Regel nicht aus den doch vergleichsweise großen kontrollierten Studien entstanden sind, sondern eher durch Einzelfallberichte.
Die Problematik besteht auch darin zu unterscheiden, ob die Depressionen durch den Wirkstoff Finasterid, den Haarausfall an sich oder ein Placeboeffekt entstanden sind.
Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass von Haarausfall betroffene Patienten sich in ihrem Persönlichkeitsprofil in einigen Punkten signifikant von der Normalbevölkerung unterscheiden, wie zB:

– Misstrauen, mit einem Gefühl der Selbstherrlichkeit und Obsession lief
- impulsiv, identitätsgestört und sozial unangepasst
- dramatisch emotional

(Rezende HD, Dias MF, Trueb RM. A comment on the post-finasteride syndrome. Int J Trichol 2018;10:255-61)