Fallbeispiel Sabine

Im folgenden geben wir die Erfahrungen von einer jungen Frau - hier "Sabine" genannt - wieder. Sicher einzelne   persönliche Erfahrungen - doch sicher auch repräsentativ für die Erlebnisse vieler anderer Frauen:

 

Ich, 24, bin seit über sechs Jahren vom Haarausfall betroffen. Die Haare fallen verteilt über den ganzen Kopf aus (diffus), wobei man nun schon eine sehr starke Lichtung am Scheitel bemerken kann. Daß so ein Zustand für eine junge Frau (zumindest für mich) fast unertragbar ist, kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen, zumal in unserer Gesellschaft Frauen mit gelichtetem Kopfhaar kaum als "vollwertig" angesehen werden. Für Junge Männer mit HA ist es sicher auch nicht leicht,wenn die Haarpracht dahin schwindet, aber es gilt trotzdem noch immer als normal, währenddessen eine Frau mit stark gelichteten Stellen oftmals mit Krankheit und Unestetik asoziert wird. Daß dadurch das gesamte soziale Umfeld verändert werden kann, liegt auf der Hand: Viele Frauen mit Haarausfall trauen sich dann kaum noch auszugehen, sind verunsichert, der Freundeskreis verkleinert sich dadurch, die Energie wird dann weniger in beruflichen Erfolg gesteckt, sondern mehr in die Suche nach erfolgreichen Therapien gegen den HA usw. Mit einem Wort der Einfluß des HA auf eine Frau ist wesentlich größer als nur ein optisches Manko zu ertragen.

Was ich im speziellen an Erfahrungen habe, möchte ich hier mitteilen.

1)"Thema Dermatologen":

Ich wohnen in der Bundeshauptstadt von Österreich - und obwohl vielleicht manches in Öst. langsamer läuft als in D, sollte man doch denken, daß Dermatologen zum Thema Haarausfall ein ausgeprägtes Basiswissen haben. Ich mußte jedoch des öfteren feststellen, daß dies im speziellen in Öst. nicht so ist. Es wurde mir schon  2 x gesagt "Na Sie werden schon keine Glatze kriegen, gegen den Haarausfall kann man halt nicht viel tun, nehmen Sie halt a bisserl mehr Vitamine zu sich.."
Es ist unglaublich, daß viele Hautärzte null Ahnung haben, welche gängigen Therapiemittel bei HA eingesetzt werden und daß sie, wenn eine Therapieform kein gewünschtes Ergebnis bringt sofort resignieren und einer jungen Frau wie mir ins Gesicht sagen, daß ich halt mir HA leben muß. 

2)"Thema Haarforum":

In Öst. gibt es ein spezielles "Haarforum" (Zeitschrift)die ca. 2-4 mal / Jahr erscheint. Auftraggeber ist die bekannte Fa. Upjohn (bin mir nicht sicher ob so geschrieben gehört) -jenes Unternehmen, daß REGAINE / ROGAINE herstellt und damit viel Geld macht. In diesem Forum wird zB. jeder ordinierende Hautarzt in dieser Stadt als HA-Spezialist dargestellt und mit Adresse und Tel. angeführt. Ich bin bei einigen gewesen - tatsächlich ist es aber so, daß die Ärzte keine Spezialisten für HA sind, sondern nur von der Fa. Upjohn Werbezettel für Regaine in die Hand gedrückt bekommen haben (und wer weiß was noch..)und diese Therapiemethode dann den Patienten (wie auch mir) empfohlen wird. Da ich eine Behandlung mit Regaine aber schon versucht habe,(zu einer Zeit als es noch nicht so stark kommerziell vertrieben wurde) und dies keinen Erfolg brachte, wußte dieseÄrzte auch nicht weiter. (Regain war also die einzige bekannte Alternative neben selbsterstellten Haarwäßerchen dieser Hautärzte!)                    
Außerdem wird in diesem "Haarforum" eine Erfolgsquote der Regaine-Anwender von über 90% propagiert! Ich frage mich sehr, ob diese Zahlen auch bei seriösen, wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden können? -Dann wäre ja das Thema HA bei fast 90% der Betroffenen schon gelöst, nicht wahr?

3)"Therapieversuche - persönliche Erfahrungen"

Meine ersten Therapieversuche waren mittels antiandrogenen Kontrazeptiva - Diane 35 (in Öst "Diane mite") - wenig Erfolg dann Diane 35 in Kombination mit Androcur (in Öst "Androdiane") - wenig Erfolg. Ich habe nach 1 Jahr beides abgesetzt. Danach versuchte ich es über 1 Jahr mit Regain - wenig Erfolg- habe ich dann abgesetzt weil ich plötzlich höllischen Jückreiz am Kopf hatte. Dazwischen alle möglichen Nahrungsergänzungen wie Kieselsäure, L-Cystin, Biotin, Zink, Eisen usw. - kein Erfolg. Dann über 4 Monate Dercap Aminexil-Kuren - kam mir aber von Anfang an komisch vor, da in der Mini-Gebrauchsanweisung nur was von "6-wöchigen Kur" stand und nichts darüber wie lange man diese Lösung anwenden soll / darf. Außerdem propagierte 6-8% Haarwuchsrate ist ja nicht besonders verheißungsvoll. - Hat also auch keinen Erfolg gebracht.
Seit einem Jahr verwende ich ELL-Cranell (beziehe ich aus D., gibts in Öst. nicht) - es wachsen zwar öfter mal kleine Haare nach, aber der HA wurde nicht gebremst und daher verschlechtert sich mein Zustand auch. Neben Ell Cranell nehme ich als Kontrazeptiva BELARA (Grünenthal) welches ein Gestagen enthält das antiandrogen wirksam ist, ob es sich auch auf den HA positiv auswirken kann weiß ich nicht. Ich nehme Belara seit 6 Monaten, habe zwar eine schöne Haut dadurch, aber noch keinen Einfluß auf den HA bemerkt.

4)Thema "Sensitiv"

Ich möchte Eurem Team hiermit meinen Dank aussprechen. Meiner Meinung nach ist Eurer Forum das kompetenteste zum Thema Haarausfall. Ihr schaltet hochgradig professionelle Berichte und Hintergrundinformationen - ich wünschte die Hautärzte in Österreich würden ab und zu Eure Seiten besuchen und sich nicht wie Fossile zurück ziehen...großes Kompliment!!

5)"Anmerkung"

Ich würde mir in euren Seiten einige Links wünschen, die zu kompetenten Haarstudios führen, wo Haarersatzteile vorgestellt werden. Bzw. einen Fachbericht welche Möglichkeiten es hierbei für Frauen gibt, also zB Perücken nach modernstem Know-How, mit welchen man auch schwimmen und schlafen kann, die nicht verrutschen etc.

Vielen Dank "Sabine" für Deinen sehr persönlichen Bericht - wir hoffen, daß er anderen Frauen zeigt, das sie mit ihren Problemen nicht alleine auf der Welt sind!

Wer Erfahrungen zum Punkt 5 (Haarersatz) hat, bitte Info an uns, wir werden das gerne veröffentlichen.